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Andy McCluskey verschafft sich Gehör. Foto: Gregor Fischer

Andy McCluskey verschafft sich Gehör. Foto: Gregor Fischer

Musik

OMD auf Tour: Hommage an das eigene Frühwerk

Die Musiker sind über 50, die Songs etwa halb so alt. OMD gibt es seit 1978 - doch sie wirken auf der Bühne alles andere als gelangweilt.

Berlin. Alle vier Herren tragen schwarze Jeans und schwarze Hemden. Abgesehen von ihrem Alter könnten sie als Nerds aus Berlin-Mitte durchgehen. Sie machen die Art Musik, die wieder angesagt ist in den Clubs und auf der Bühne: Synthie.

Die britische Band OMD verdient seit 1978 damit ihr Geld - und noch immer mit Enthusiasmus. Für ihre aktuelle Tour holten die Liverpooler zwei Alben aus den 80ern zurück auf die Bühne. Beim Auftakt der kleinen Deutschlandtour in Berlin am Mittwoch waren die 1800 Fans im ausverkauften Friedrichstadtpalast begeistert.

OMD steht für Orchestral Manoeuvres In The Dark (Orchestrale Manöver in der Dunkelheit). Die Band um Andy McCluskey und Paul Humphreys (beide 56) hatte 20 Jahre nach ihrer Gründung ihre Auflösung bekannt gegeben. Seit 2006 sind die Musiker wieder gemeinsam unterwegs.

"Willkommen zu einem sehr eigenartigen Konzert. Ich hoffe, Ihr mögt es". Sänger McCluskey scheint sich selbst nicht sicher gewesen zu sein, ob das Experiment funktioniert. Die Band spielt in einer bunten Laser-Show fast alle Songs ihrer Alben "Architecture & Morality" und "Dazzle Ships" aus den Jahren 1981 und 1983 - dazwischen gibt es, auch ungewöhnlich für ein Pop-Konzert, eine 20-minütige Pause.

Das jüngere der beiden Alben ist sehr experimentell und politisch. Gleich zu Beginn des Konzerts gibt es bekannte Politiker-Statements vom Band. "Mr. Gorbatschow, tear down the wall" etwa - oder die deutsche Bundeskanzlerin zur Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehört. Das zwei Jahre jüngere, poppigere Album enthält einige Klassiker, wie "Joan of Arc" oder "Souvenir". Das mit in die Jahre gekommene Publikum mag diese zwar mehr, aber klatscht und tanzt und wippt den ganzen Abend lang mit.

McCluskey ist die ganze Zeit in Bewegung: Er läuft hin und her, geht in die Knie, verschränkt ungelenk die Arme - und singt jedes Lied voller Inbrunst. Die vier Herren auf der Bühne strahlen Bodenständigkeit und Zufriedenheit aus. Immer wieder bedankt sich der Sänger bei seinem Publikum. "Ihr wart fantastisch! Wir kommen nächstes Jahr wieder!", verspricht er am Ende des experimentellen Abends. Am 13. Mai spielt die Band noch in Hamburg, am 15. Mai geht es nach Frankfurt.

dpa


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