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Musik

OK KID: Sprechgesang aus Gießen macht von sich reden

Die Meinungen über das Trio OK KID gehen weit auseinander: Während die einen den deutschen Sprechgesang als gedankenvoll und gesellschaftskritisch bezeichnen, vermuten die anderen schlicht spätpubertären Kinderkram.

Alles eine Frage der Perspektive:

Wer wie das Trio aus den umliegenden Dörfern einer Kleinstadt wie Gießen kommt, wird Jonas, Raffi und Moritz von OK KID vielleicht besser verstehen. Wer aber nicht dem harmlosen und sorgenfreien oberen Drittel des deutschen Mittelstandes entsprungen ist, wird die besungenen Wohlstandsprobleme der Wahl-Kölner nicht ganz so gut nachvollziehen können.

Das am 5. April erschienene zweite Album namens "OK KID" scheint jedoch den Nerv einer überindividualisierten und zwanghaft originellen Generation zu treffen, die "zu groß ist für ihre Stadt und zu klein für diese Welt", wie es in dem Song "Mehr Mehr" heißt. Hier wird vor dem Hintergrund tragender Klaviermusik auf hohem Niveau gejammert und das klingt so melancholisch und nachdenklich, dass es ein wenig an Radiohead erinnert.

Dieser Band hat das im Hip Hop verwurzelte Trio übrigens nicht nur einiges an Einflüssen, sondern auch seinen Namen zu verdanken: "OK Computer" und "KID A" heißen die zwei Alben der Brit-Poper, aus denen sich die Kinder des Labels "Four Music" in einer Bierlaune ihren Namen gebastelt haben.

(mpr/spot)