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Die T-Shirts für die Feierlichkeiten sind bereits gedruckt. Foto: Lex Van Lieshout

Die T-Shirts für die Feierlichkeiten sind bereits gedruckt. Foto: Lex Van Lieshout

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Niederlande: Das umstrittene Königslied bleibt

Das von Tausenden Niederländern heftig verspottete "Königslied" wird nun doch am Tag des Thronwechsels gesungen. Das beschloss das Nationale Festkomitee am Montagabend.

Amsterdam. Sofort nach der Ankündigung rauschten die Kommentare durch die Sozialen Netzwerke: Tausende Niederländer reagierten schockiert, wütend und ungläubig. Der Komponist hatte das Lied zur Erleichterung vieler nach der ersten Welle heftiger Kritik am Samstagnacht zurückgezogen. Daraufhin hatte eine fieberhafte Suche nach einer Alternative eingesetzt.

Das "Koningslied" soll am 30. April dem neuen König Willem-Alexander vom ganzen Volk als Ständchen gebracht werden, teilte der Musicalproduzent und Mitglied des Komitees, Joop van den Ende, mit. "In den Schulen wird es bereits geübt", rechtfertigte er die überraschende Entscheidung. Er zitierte auch eine bislang unbekannte Umfrage: "60 Prozent der Niederländer finden es gut."

Doch die ersten Reaktionen sahen anders aus: "Was für eine Blamage", "Das Zurückziehen wird zurückgezogen", und "Ich emigriere" twitterten wütende Bürger. "Typisch holländisch", meinte ein anderer, "schließlich haben wir dafür bezahlt." Die Journalistin Sylvia Wittemann, die auf Facebook eine Petition gegen den Song gestartet hatte, seufzte auf Twitter: "Was für eine Posse."

Seit Veröffentlichung am vergangenen Freitag hatten rund 40 000 Niederländer die Petition unterzeichnet. Auf den Sozialen Netzwerken und in den Medien wurde das "Koningslied" als schmalziger Pfusch verhöhnt, der noch dazu von Grammatikfehlern wimmele. Ein Team von vier Autoren hatte innerhalb weniger Stunden aus Beiträgen von 3300 Niederländern den Text gebastelt. Reizworte waren Wasser, Wind, Regen, Löwe und Eintopf. "Das war eine schwierige Aufgabe", räumte das Komitee ein und entschied sich dennoch für den Song. "Es ist schließlich nur ein Lied, mehr nicht", sagte van den Ende.

dpa