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Bill Cosby fühlt sich zu Unrecht angegriffen und holt zum Gegenschlag aus.

Bill Cosby fühlt sich zu Unrecht angegriffen und holt zum Gegenschlag aus. © Frank Franklin Ii

Justiz

Missbrauchsvorwürfe - Bill Cosby strengt Gegenklage an

Lange hat Bill Cosby zu Sex-Vorwürfen Dutzender Frauen geschwiegen. Nun geht er in die Offensive. Die Frauen wollten sich bereichern und ihn demontieren, heißt es in einer Gegenklage gegen sieben Frauen. Aber kann Cosby sein Image noch retten?

Los Angeles. Der US-Komiker Bill Cosby holt nach Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von mehr als 50 Frauen zum juristischen Gegenschlag aus.

Der 78-Jährige reichte am Montag (Ortszeit) bei einem Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts Klage gegen sieben der Frauen ein. Ihre Anschuldigungen seien ein "opportunistischer Versuch, sich zu bereichern", heißt es in dem 89 Seiten langen Dokument, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Vorwürfe gegen ihn seien haltlos. Den Frauen gehe es darum, Cosbys Ruf zu zerstören. Der Komiker verlangt Entschädigung und will, dass die Frauen vom Gericht gezwungen werden, ihre Anschuldigungen gegen ihn öffentlich zurückzunehmen. Es gab keine Angaben zur Höhe seiner Forderungen, berichtete der Sender CNN.

Die Klage ist der offensivste Schritt des Komikers seit die Anschuldigungen gegen den Star der 80er-Jahre-Sitcom "Die Bill Cosby Show" im November vergangenen Jahres publik wurden.

Bislang hatte Cosby die Vorwürfe immer bestritten, sich allerdings nie öffentlich dazu geäußert. Einen Strafprozess gab es noch nicht, aber es laufen mehrere Zivilklagen gegen ihn. Viele der angeblichen Übergriffe liegen Jahrzehnte zurück und gelten deshalb als verjährt.

In der Klageschrift wiesen die Anwälte die Anschuldigungen der sieben Frauen Punkt für Punkt zurück. Die Vorwürfe hätten Cosby zutiefst verletzt, seinem Ansehen und Image geschadet und geschäftliche Pläne zunichtegemacht, hieß es. Die Juristen sprachen von einer "Kampagne", in der die Klägerinnen es darauf abzielten, Cosbys Ansehen zu zerstören und ein geplantes TV-Comeback zu verhindern.

Wiederholt behaupteten Frauen, Cosby habe ihnen Karriere-Hilfe angeboten. Sie gaben an, dass er sich als Gentleman präsentierte und sie nach Hause, ins Hotel oder zu Partys einlud. Dort soll er sie dann begrapscht oder sogar vergewaltigt haben. Es wurde auch behauptet, dass er ein starkes Beruhigungsmittel einsetzte.

Für Cosbys Karriere sind die Vorwürfe im vergangenen Jahr mehr und mehr zum Problem geworden. Die Universität von Boston teilte am Dienstag mit, dass Cosby die Ehrendoktorwürde entzogen worden sei. Die Art und Weise, wie er Frauen behandelt habe, habe ihn "deutlich und anhaltend diskreditiert" und entspreche nicht den Werten der Universität, hieß es in einer Mitteilung des Aufsichtsrates. Zuvor hatte bereits der Fernsehsender NBC die Vorbereitungen zu einer neuen Serie abgesagt, Wiederholungen der "Cosby Show" wurden gestrichen und einen Sitz im Kuratorium der Temple University in Philadelphia gab der Komiker ab.

Der Themenpark Walt Disney World in Florida entfernte eine Bronzebüste des Komikers, während sich ein Verlag gegen die Taschenbuch-Ausgabe einer Cosby-Biografie entschied. Bei einigen Auftritten wurde Cosby beschimpft, einige Veranstaltungen sagte der einst beliebte Unterhalter ab.

dpa


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