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Max von Thun: "Wenn ich nicht gut drauf bin, spiele ich Gitarre"

Trauer, Gruseln und der erste Kuss sind einige der Themen im TV-Film "Der Tote im Watt" (8. April, ZDF, 20.15 Uhr), der eine gelungene Mischung aus Krimi, Thriller und Familiendrama ist - nicht zuletzt dank Max von Thun (36).

Mit der Nachrichtenagentur spot on news sprach der Schauspieler darüber, wie schnell er selbst sich gruselt, was ihm hilft, wenn er nicht gut drauf ist und wie sein erster Kuss war.

Wie unheimlich ist es, gruselige Szenen zu spielen?

Es gibt ja unterschiedliche Formen von Gruseln. Ich glaube, selbst wenn man einen Splatter-Film dreht und irgendwann lauter Gummigedärme in der Hand hält, merkt man schon, dass das ganz schön absurd und somit eher lustig als gruselig ist. Für die andere Form von Gruseln, Suspense, baut man eine Spannung auf und das passiert meist durch den Schnitt oder die Musik. Man kann sich die spannendsten Filme ohne Musik anschauen, ohne Soundeffekte ist eine Katze, die hinter einer Tür hervorspringt, eben einfach nur eine Katze. Und wir drehen ja ohne Musik, außerdem sind immer viele Leute da, daher fühlt es sich in keinster Weise gruselig an.

Wie schnell fürchten Sie sich?

Ich bin ein großer Fan von Suspense-Filmen, bin aber auch ein großer Fan von Horror- und Splatter-Filmen. Im Großen und Ganzen bin ich nicht sehr schreckhaft. Allerdings erschrecke ich schon, wenn neben mir im Kino jemand plötzlich erschrickt.

Der Film spielt am Wattenmeer. Welches ist Ihr liebster Landschaftstyp?

Ich bin eine Münchner Kindl, bin aufgewachsen in der Nähe der Berge, an den Bayerischen Seen mit immer frischer Luft und da fühle ich mich eigentlich auch sehr wohl.

Im Film gibt es ja viele spannende Beziehungsthemen: Geschwisterkonkurrenz, Eifersucht, Schwiegermütter, Adoption. Kennen Sie eines der Themen privat?

Das sind alles keine Sachen, die bei mir im Leben stattfinden. Ich suche bei meinen Filmrollen aber auch nie nach Parallelen in meinem eigenen Leben, weil ich das langweilig finde. Das Schöne an dem Beruf ist doch gerade, dass man sich in Dinge hineinversetzen kann, die man sonst gar nicht kennt.

Ein anderes Thema ist der Umgang mit Trauer. Kann man darin eine Routine entwickeln?

Es kommt immer darauf an, wie nahe einem die Person stand. Eine Routine entsteht wahrscheinlich dann, wenn man häufiger auf Beerdigungen gehen muss. Dann kennt man die Abläufe, dann ist es vielleicht nicht mehr ganz so schrecklich, den Sarg in der Aussegnungshalle zu sehen. Aber ich habe ehrlich gesagt noch nicht so viele Beerdigungen erlebt. Meine Großeltern sind gestorben, als ich noch sehr klein war, daran kann ich mich nicht erinnern.

Muss man weinen auf einer Beerdigung?

Man kann sicher nicht pauschal sagen, "Wenn einer nicht weint, kann er die Person nicht gemocht haben", weil sich viele Menschen ja auch schwer tun, im Kreise von anderen Gefühle zu zeigen. Manchmal kommt der Schock auch ein bisschen später.

Der Witwe im Film wird ja vorgeworfen, dass sie tanzt. Kann das zusammengehen?

Jedes Ventil kann hilfreich sein. Auch Sex kann ein Ventil für Trauer sein. Wenn jemand lieber Tanzen will, um den Schmerz zu verarbeiten, warum nicht? Wenn ich nicht gut drauf bin, spiele ich Gitarre. Und meistens auch fröhliche Lieder. Da könnte man auch sagen, dass das nicht zu der Situation passt, aber mir hilft es halt in dem Moment.

Ein anderes schwieriges Thema des Films sind Affären. Kann es denn überhaupt lange Ehen ohne Affären geben?

Ich bin kein Affären-Experte, aber sobald eine Affäre das Ergebnis von irgendeinem unbefriedigten Bedürfnis oder einer anderen Unzufriedenheit ist, sollte man vielleicht im Vorfeld lieber darüber sprechen, was in der Beziehung verändert werden sollte. Klare Verhältnisse zu schaffen, kann einem in vielen Lebensbereichen Kummer ersparen.

Letzte Frage, wie war Ihr erster Kuss?

Es gab ein Mädchen im Kindergarten, wir haben uns auf den Mund geküsst. Ich glaube aber nicht, dass das wirklich zählt. Mein echter erster Kuss war mit 12 auf einer Party und den fand ich schon sehr aufregend.

(ili/spot)