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Mario Adorf: "Kein Verständnis für Männer mit jungen Geliebten!"

Er ist einer der populärsten deutschen Schauspieler. Nicht nur, weil er sein Handwerk so gut beherrscht, sondern auch weil er so bescheiden und unprätentiös ist.

Keine Skandale, keine Allüren und vor allem keine junge Geliebte. Für alte Männer, die ihre Frauen wegen jungen Damen verlassen, hat der Mime nicht viel übrig, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur spot on news verriet.

Sind Sie mehr Italiener oder Deutscher?

Trotz meines italienischen Vaters verfüge nicht über die romanische Leichtigkeit. Ich habe seinerzeit sehr viel dafür getan um Italiener zu werden, aber ich musste feststellen, dass ich zu deutsch bin für Italien. Ich war immer ein Fremder - zu neugierig, zu pünktlich und zu diszipliniert für dieses Land. Und heute fällt es mir schwer Sympathien für ein Land zu empfinden, das so korrupt und kaputt ist. Eine sehr traurige Entwicklung, nicht zuletzt aufgrund des grauenvollen Einflusses von Berlsuconi.

Wo ist Heimat?

Heimat ist da, wo man aufgewachsen ist, seine ersten Kinderlieder gesungen hat und wo man seine erste große Liebe erfahren hat. Bei mir ist das Mayen, in der Eifel. Zwar eine raue und steinige Gegend, aber derlei Heimatgefühle habe ich sonst nirgends auf der Welt.

Wer war die erste Liebe?

Ich war 15 und sie war eine Klassenkameradin. Ich erinnere mich sehr gut, denn es war intensiver, als alles was danach kam. Sie hat ein viel besseres Abitur gemacht als ich, ist zur Post gegangen und hat geheiratet.

Was tun Sie, damit Sie fit bleiben?

Wenig Sport, Schwimmen am liebsten, keine Liftings, keine ernsthafte Diäten. Meine gute Kondition ist kein Verdienst, sondern ich schreibe sie guten Genen zu. Mal schauen, wie lange das noch gut geht. Irgendwann wird es einen Schlag oder Unglück geben, und dann ist Schluss.

Angst vorm Ende?

Ja. Aber nicht so, dass es mir schlaflose Nächte bereitet. Sondern ich sage einfach, so lange ich Spaß habe, so lange ich weiter machen kann, so lange ich noch eine Rolle spielen kann, gehört dies zu meinem gespielten Leben. Das Altern ist ein sehr langsamer und unmerklicher Prozess.

Was sagt der Arzt?

Der ist zufrieden mit meinen Werten. Es zwickt ab und zu mal, aber im Großen und Ganzen, fühle ich mich gesund. Ich bin noch kein Tattergreis, auch wenn ich mir nicht mehr ganz so viel zutraue wie früher. Autofahren zum Beispiel nicht mehr so gerne. Aber damit muss man sich abfinden und nicht dagegen ankämpfen.

Midlife-Crisis?

Von der blieb ich Gott sei Dank verschont. Keine schnellen Autos, keine bunten Socken und vor allem keine junge Geliebte. Ich habe überhaupt kein Verständnis für einen alten Mann, der sich eine junge Frau nimmt und dafür seine alte sozusagen wegschmeißt. Das ist für mich unvorstellbar und liegt auch außerhalb meiner Wünsche. Ich schätze es sehr, dass ich seit über 40 Jahren mit der gleichen Frau zusammen bin und empfinde die Gewöhnung an einen Partner als etwas sehr Angenehmes.

Was sind die schönsten Eigenschaften Ihrer Frau?

Da gibt es einige. Sie besitzt einen enorm sicheren Instinkt, der über die Intelligenz hinaus geht, den ich bewundere und auf den man sich verlassen kann, der ganz untrüglich ist. Das Zweite ist, das Miteinander lachen können. Selbst wenn wir streiten. Wir haben oft gestritten, sind aber nie böse auf einander eingeschlafen, weil wir vorher immer alles ausdiskutiert haben.

Lieben Sie heute anders als früher?

Die Liebe verändert sich von der Begehrlichkeit, vom Sexuellen. Da bleiben manche Dinge auf der Strecke und andere verstärken sich: das Vertrauen ineinander, das Sich-mögen, das miteinander Lachen, das gerne Zusammensein - ja, auch das gemeinsam alt werden.

Warum haben Sie keine große Familie gegründet?

Ich komme aus einer kleinen Familie, ohne große Bindungen und hatte nie das Bedürfnis, das zu ändern. Und als ich seinerzeit in den Verhoeven-Clan einheiratete, war mir das so zuwider, dass ich mich mit Händen und Füßen dagegen gewährt habe. Ich wollte nicht Teil eines Clans sein und hatte nichts am Hut mit Weihnachten, mit Ostern und all diesen Sachen. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Auch keine Lust auf Enkelkinder?

Überhaupt nicht, nein. Monique und ich hätten sicher gerne, ein Kind gehabt. Aber das hat damals eben nicht funktioniert und wir haben uns damit abgefunden. Das ermöglichte uns ein egoistisches, sorgenloses Leben - ohne Kinder, ohne Schulen und diese ganzen Probleme. Wir haben es uns so gesehen leicht gemacht. Aber schön leicht!

(ali/spot)