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Madonna erfüllt sich die Vision von einem Kinderkrankenhaus in Malawi

Mit einer Kinderstation am Queen-Elizabeth-Krankenhaus von Blantyre will US-Popsängerin Madonna die Not in Malawi lindern helfen. Benannt ist der neue Trakt nach einem ihrer vier Adoptivkinder aus dem südostafrikanischen Land.

New York. Es war einmal ein Traum für Malawi und die Kinder des bitterarmen südostafrikanischen Landes. Mit einer Kinderabteilung an einem Krankenhaus der malawischen Stadt Blantyre hat sich die US-Sängerin Madonna diese Vision erfüllt: Die Station wird am Dienstag eröffnet.

„Was als Traum für Malawi und die Kinder dort begann, wurde wahr“, erklärt die 58-Jährige. „Ich möchte allen danken, die mich auf dieser unglaublichen Reise begleitet haben.“ Die erste Operation in der neuen Abteilung sei bereits vor rund einer Woche vorgenommen worden, schreibt Madonna der Nachrichtenagentur AP.

Der Bau der Kinderstation am Queen-Elizabeth-Krankenhaus in Blantyre begann vor rund zwei Jahren. Das Mercy-James-Institut für Kinderchirurgie und Intensivmedizin ist das erste dieser Art im rund 17 Millionen Einwohner großen Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt. Gebaut wurde es in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium.

Madonna engagiert sich schon seit vielen Jahren in Malawi. Ihre 2006 gegründete Organisation Raising Malawi hat dort etwa Schulen gebaut. Madonna hat zudem zu ihren beiden leiblichen Kindern Lourdes und Rocco vier Kinder aus dem afrikanischen Land adoptiert - und sich damit auch Kritik eingehandelt. Menschenrechtler warfen der Sängerin vor, ihre Popularität auszunutzen und eine Sonderstellung ergattert zu haben. Das erste Kind aus Malawi kam vor rund zehn Jahren in Madonnas Familie. Nach David Banda folgte 2009 Mercy James. Nach der Elfjährigen ist die neue Kinderstation in Blantyre nun benannt. In diesem Jahr adoptierte Madonna noch die Zwillinge Stella und Esther.

„Wenn man in die Augen notleidender Kinder blickt, egal wo, will ein Mensch doch irgendetwas und alles was möglich ist, tun, um zu helfen“, erklärt Madonna in ihrem Schreiben an die AP. „Und bei meinem ersten Besuch in Malawi habe ich versprochen, das ich genau das tun würde.“

Die neue Kinderstation umfasst drei Operationssäle für Kinder, eine Ambulanz und 45 Betten für die stationäre Betreuung. Das Queen-Elizabeth-Krankenhaus soll damit künftig doppelt so viele Kinder operieren können wie bislang. Außerdem gibt es jetzt deutlich bessere Kapazitäten für die Vorbereitung und Nachsorge bei Eingriffen. Ein Spielzimmer und ein Spielplatz im Außenbereich fehlen ebenso wenig.

Schon seit 2008 arbeite Madonnas Stiftung mit dem Krankenhaus zusammen, sagt Raising Malawi-Geschäftsführerin Sarah Ezzy. So habe sie bei der Entwicklung von Ausbildungsprogrammen in der Kinderchirurgie geholfen. „Intensivbetreuung für Kinder hat es formell in Malawi nicht gegeben. Es gab keine Ausbildung dafür“, erklärt sie. Die Mediziner und Pfleger hätten in anderen Ländern geschult werden müssen. „Jetzt müssen die Leute nicht mehr zur Weiterbildung ins Ausland“, betont Ezzy. „Diese Einrichtung ist an das Medizin- und Pflegekolleg angeschlossen und wird ein Lehrkrankenhaus sein.“

Madonna bekräftigt unterdessen ihre Verbundenheit. „Malawi hat meine Familie mehr bereichert, als ich mir das je hätte vorstellen können“, sagt sie. „Mir ist es wichtig, sicherzustellen, dass alle meine Kinder aus dem Land eine enge Verbindung zu ihrer Geburtsnation halten - und ebenso, ihnen zu zeigen, das wir als Menschen gemeinsam die Kraft haben, die Welt zu verbessern.“

Von Mesfin Fekadu