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Machtkampf der Model-Ikonen

Eines haben Heidi Klum (39) und Claudia Schiffer (42) augenscheinlich gemeinsam: die Schönheit. Und trotzdem scheinen die beiden Super-Models Welten zu trennen.

Schiffer ist zurückhaltend, elegant und die Muse von Design-Größen wie Karl Lagerfeld. Klum ist aufgedreht, hervorstechend und aus der Klatschpresse mittlerweile ebenso wenig wegzudenken wie mancher Hollywood-Star.

Nun werden die beiden auch fernab der Laufstege und Fotoshootings zu Konkurrentinnen. Wie die "Bild"-Zeitung gestern berichtete, plant ProSieben neben "Germany's next Topmodel" eine weitere Fashion-Show mit der Moderatorin Claudia Schiffer. In zehn Folgen will der deutsche Exportschlager jungen Designern helfen sich im Business zu etablieren. Bisher fehlt allerdings noch die finale Unterschrift. Fest stehen dürfte jedoch, dass es wohl zum großen Showdown zwischen den beiden Modelschönheiten kommen wird.

Entdeckt wurde Claudia Schiffer 1987 in einer Düsseldorfer Diskothek. Die ambitionierte Blondine, die damals noch die Pläne hegte Jura zu studieren, wurde von Michel Levaton, dem Geschäftsführer der Modelagentur "Metropolitan" zu Probeaufnahmen nach Paris eingeladen, erhielt ihre erste Fotostrecke für die Zeitschrift "Elle" und modelte für die Jeansmarke "Guess Jeans". Ein Jahr später wurde einer der größten Mode-Gurus aller Zeiten auf das junge Mädchen aufmerksam. Karl Lagerfeld (79) ebnete der Schönheit den Weg auf die internationalen Catwalks. Bis heute bezeichnet der Designer seine Claudia als Muse.

Sie hat die Karriereleiter im Eiltempo erklommen. Bald zierte sie die Titel sämtlicher bekannter Zeitschriften: "Vogue", "Cosmopolitan", "Playboy", "Marie Claire". Auch die Werbeverträge ließen nicht auf sich warten. Schiffer wurde zum Gesicht von L'Oréal und Victoria's Secret, später sogar von Luis Vuitton und Dolce & Gabbana. Ihre Reise verlief über die Laufstege von Paris, Mailand und New York und das von Beginn an skandalfrei!

Heidi Klum hingegen kann selbst Castingshow-Erfahrung vorweisen kann. 1992 wurde die damals 19-jährige Schülerin Heidi Klum im Wettbewerb "Model `92" von Thomas Gottschalk entdeckt. Der Sieg über 25.000 andere Bewerberinnen brachte ihr einen mit 300.000 Dollar dotierten Dreijahres-Vertrag als Fotomodel ein. Ihr Durchbruch gelang ihr jedoch erst 1998 mit einem Bikini-Shooting für die Sportzeitschrift "Sports Illustrated", es folgten Titel für "Vogue" und "Elle", außerdem Runway-Jobs für Victoria's Secret.

Anders als ihre Kollegin strebte Heidi Klum wohl nach mehr, schrieb Bücher und trat als Werbe-Ikone für die Fruchtgummimarke Katjes und die Fastfood-Kette Mc Donald's auf. Vermarktung lautet das Zauberwort, mit dem sie es ganz nach oben schaffte. 2006 dann der große Fernsehdurchbruch in Deutschland. Mit der Modelshow "Germany's next Topmodel" erlangt die Foto-Schönheit Kult-Status. Millionen von Mädchen wollen sein wie sie und von ihr lernen. Ihr Privatleben wird vielfach in der Presse breitgetreten. Trennung von Ehemann Seal, Liaison mit dem Bodyguard, peinliche Outfit-Fauxpas und der jüngste Sorgerechtsstreit - Heidi Klum hat in letzter Zeit wenig ausgelassen, um in der Medienwelt nicht in Vergessenheit zu geraten.

Vom Laufsteg scheinen sich sowohl Heidi Klum als auch Claudia Schiffer mittlerweile verabschiedet zu haben. Doch während die Karriere der einen auf dem Höhepunkt steht, ist es in den letzten Jahren verdächtig ruhig um die andere geworden. Ist der Fernsehdeal womöglich Claudia Schiffers Comeback-Versuch? Und die viel wichtigere Frage: Kann Schiffer Modelmama Heidi Klum vom Fashion-TV-Thron stoßen?

Trotz schwächelnder Einschaltquoten hat die Klum immerhin geschafft "Germany's next Topmodel" in Deutschland so zu etablieren, wie es bisher keinem anderen Modelformat gelungen ist. Erst Mitte letzten Jahres scheiterte die jüngste Sat.1-Konkurrenz "Million Dollar Shooting Star" mit Bar Refaeli. Außerdem steht es mit Schiffers TV-Erfahrung nicht zum Besten. 1995 hatte sie auf RTL II eine eigene Talk-Show erhalten, nach nur einer Folge wurde der Quotenflopp wieder eingestellt. Hat Heidi Klum die Modelkrone also sicher? Schließlich gibt es da ja auch noch den ehrgeizigen Papa Günther, der im Hintergrund die Fäden zieht.

Von Vorteil könnte sein, dass Klums schrille Art beim Publikum immer wieder auf Kritik stößt. Zu aufgesetzt sei die Modelmama, viele finden sie bisweilen sogar nervig. Demgegenüber erscheint die bescheidene Claudia Schiffer, völlig unverbraucht. Abzuwarten bleibt also, sich ob das Schiffersche Sauber-Image interessant genug für skandalhungrige Zuschauer vermarkten lässt. Die Quoten werden es zeigen.

(jb/spot)