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Xavier Bettel, Bürgermeister von Luxemburg, im Saal des Rathauses, wo am Ende kommender Woche der Thronfolger Guillaume der Gräfin de Lannoy sein Jawort geben wird.

Xavier Bettel, Bürgermeister von Luxemburg, im Saal des Rathauses, wo am Ende kommender Woche der Thronfolger Guillaume der Gräfin de Lannoy sein Jawort geben wird. © Birgit Reichert

Luxemburg:Monarchie

Luxemburg putzt sich für Prinzenhochzeit heraus

In gut einer Woche wird in Luxemburg Prinzenhochzeit gefeiert: Thronfolger Guillaume heiratet Gräfin Stéphanie de Lannoy. Könige und Prinzen aus Europa haben sich angesagt.

Luxemburg. Überall wird geputzt, gehämmert, gewerkelt. Hier ein paar neue Pflastersteine, dort noch ein frischer Anstrich. Luxemburg macht sich fein für seine Prinzenhochzeit: In einer guten Woche werden der Thronfolger von Luxemburg, Erbgroßherzog Guillaume, und Gräfin Stéphanie de Lannoy, heiraten - und die Welt schaut zu. "Eine Hochzeit mit so viel Aufmerksamkeit habe ich noch nie gehabt", sagt Luxemburgs Bürgermeister Xavier Bettel der Nachrichtenagentur dpa. Er wird das Paar am 19. Oktober höchstpersönlich im Rathaus der Stadt Luxemburg trauen. "Es ist eine große Ehre für mich."

Eine Hochzeit des künftigen Großherzogs und Staatsoberhauptes von Luxemburg gebe es ein Mal in einer Generation. "Die Letzte war vor 32 Jahren", sagt Bettel. Klar, dass auch im Rathaus alles glänzt. Neue Gardinen und neue Tapeten schmücken den barocken Raum mit den auf Hochglanz polierten goldenen Kronleuchtern, in dem sich Guillaume und Stéphanie auf Luxemburgisch das Jawort geben werden. Rund 40 Gäste werden dabei sein: die Familien des Brautpaars und Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker mit einigen Ministern. Und vor dem Rathaus werden Tausende Menschen das Paar bejubeln.

Die kirchliche Trauung in der Kathedrale am Samstag (20. Oktober) wird zum Spitzentreffen des europäischen Hochadels - gilt dort die Hochzeit doch als Top-Ereignis des Jahres. Aus Norwegen kommen König Harald und Königin Sonja mit Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit. Aus Dänemark reisen Königin Margrethe und Prinzgemahl Henri an - und aus Schweden Kronprinzessin Victoria und ihr Mann Prinz Daniel. Auch die anderen Königshäuser in Europa werden dabei sein. Fünf Fernsehsender übertragen nach Angaben des Pressedienstes der Regierung an jenem Tag live aus Luxemburg. Und mehrere Hundert Journalisten werden erwartet.

Vor Ort wird die Vermählung im Gotteshaus auf zwei Großbildschirmen auf dem Platz vor dem Rathaus live zu sehen sein. Einige Luxemburger haben sogar Karten für die Kathedrale bekommen. Wie die Studenten Pit Muller und Joel Pereira. "Die Heirat ist ein Highlight in der luxemburgischen Monarchie", sagt Muller (18). Er freue sich, unter all den Königen dabei zu sein. "Die großherzogliche Familie bringt Glamour in unser Land." Und Pereira fügt hinzu: "Der Hof nimmt seine repräsentative Aufgabe sehr gut wahr."

Guillaume ist der älteste Sohn von Großherzog Henri (57) und soll eines Tages die Thronnachfolge antreten. Er war 2000 zum Erbgroßherzog ernannt worden, nachdem sein Vater den Thron bestiegen hatte. Guillaume wird der siebte Thronfolger im luxemburgischen Zweig der Dynastie Nassau-Weilburg sein. Großherzog ist ein Titel für Fürsten im Rang zwischen König und Herzog. Guillaume trägt auch die Titel Erbprinz von Nassau und Prinz von Bourbon-Parma. Germanistin Stéphanie ist belgischer Abstammung und kurz vor der Hochzeit Luxemburgerin geworden.

In der Stadt spürt man die Vorfreude auf den großen Tag. "Es ist etwas Schönes: Da ist ein bisschen Romantik und Folklore dabei", sagt der Luxemburger Guy Poos. An Kiosken gibt es Postkarten mit dem Paar. Die Patisserie Kaempff-Kohler hat Schokoladen-Täfelchen mit dem Konterfei der Zwei im Angebot. Und in einem Souvenirladen gibt es einen eigenen Sekt zur Prinzenhochzeit.

Luxemburg lässt sich die Hochzeit auch etwas kosten: Rund 350 000 Euro zahlt der Staat am Heiratswochenende etwa für ein Abendessen, einen Empfang und die kirchliche Trauung. Und die Stadt nimmt etwa 300 000 Euro in die Hand. Sie schenkt dem Brautpaar ein Fest für alle Bürger - mit Konzert und Feuerwerk. "Es ist etwas Besonderes, dass das ganze Land sich mitfreut", sagt Bürgermeister Bettel.

dpa