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Lance Armstrong: "Das war ein großer Fehler"

Jetzt ist es also offiziell: Lance Armstrong (41) hat gedopt. Gestanden hat er dies im Interview mit Talkshow-Legende Oprah Winfrey (58). Auszüge aus dem Gespräch gab es schon seit Tagen in den Medien zu lesen.

Gestern wurde das Interview schließlich im TV ausgestrahlt.

Ja, er habe illegale leistungssteigernde Substanzen wie Epo, Testosteron, Kortison und Bluttransfusionen eingenommen, erklärte Armstrong ohne Umschweife. Zu seinem "Cocktail" hätten Steroid-Testosterone und das blutauffrischende Erythropoetein (EPO) gehört. Ziel von alledem sei der Aufbau von Kraft und Ausdauer gewesen. Aber das sei so zur Routine geworden, als "ob man sagen würde, wir brauchen Luft im Reifen oder Wasser in unseren Flaschen", sagte ein erstaunlich gefasst wirkender Armstrong. "Das war, aus meiner Sicht, Teil des Jobs."

"Das war ein großer Fehler", gab er zu. "Es geht um einen Typen, der erwartete, alles zu bekommen, was er wollte und jedes Ergebnis kontrollieren zu können", sagte er über sich. "Das ist unverzeihlich. Und wenn es Leute gibt, die das hören und mir nie vergeben werden, verstehe ich das."

Warum er sich erst so spät offenbare, konnte er im Gespräch mit Winfrey nicht beantworten: "Ich weiß nicht, ob ich darauf eine gute Antwort habe." Fest stehe: "Dies ist zu spät, es ist wahrscheinlich zu spät für die meisten Leute, und das ist mein Fehler."

"Hat es sich damals nicht falsch angefühlt", fragte Winfrey mit Blick auf sein jahrelanges Doping. "Nein", entgegnete Armstrong. "Furchterregend", fügte er hinzu. "Hatten Sie ein schlechtes Gewissen", hakte Winfrey nach. "Nein", beschied ihr Armstrong. "Noch furchterregender." Ob er sich wie ein Betrüger vorgekommen war? Abermals antwortete Armstrong mit einem Nein. Und das sei "am furchterregendsten". Er habe die Definition für "Betrügen" einmal nachgeschlagen. "Und die Definition war, sich einen Vorteil über einen Rivalen oder Feind zu verschaffen. Das habe ich nicht so gesehen", sagte Armstrong weiter. "Ich habe es eher als ausgeglichenen Wettbewerb betrachtet."

Sieben Mal hatte Armstrong in seiner Karriere die Tour de France gewonnen. Der Radsportweltverband UCI nahm sie ihm im Oktober 2012 alle weg, zudem muss er seine Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney zurückgeben. Um eine Haftstrafe wird Armstrong zwar herumkommen, doch drohen ihm Schadensersatzklagen in Millionenhöhe.

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