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Lia Wöhr als Wirtin und Heinz Schenk als Wirt und Oberkellner in der Sendung «Blauer Bock» des Hessischen Rundfunks.

Lia Wöhr als Wirtin und Heinz Schenk als Wirt und Oberkellner in der Sendung «Blauer Bock» des Hessischen Rundfunks.
© dpa

Fernsehen

Kultshow mit Babbeln, Bembel und Musik - 30 Jahre Ende „Blauer Bock“

Vor 30 Jahren schließt Heinz Schenk die Tür der Äppelwoi-Kneipe „Zum Blauen Bock“. Die volkstümliche Unterhaltungsendung war über viele Jahre der Gassenhauer im TV. Über seine Stiftung soll der Name des Showmaster in der Branche weiter verankert bleiben.

Wiesbaden. 30 Jahre nach der letzten Sendung „Zum Blauen Bock“ ist Heinz Schenk aktueller denn je. Die Kult-Äppelwoi-Kneipe, in der der mittlerweile verstorbene Showmaster die Größen der Unterhaltungsbranche einst mit Bembel, Musik und Sketchen in unverwechselbarem hessischen Dialekt bewirtete, soll zwar nicht wieder aufleben. Nach seinem letzten Willen wird aber mit der Heinz-Schenk-Stiftung nun jungen Talenten der Weg in die Unterhaltungsbranche geebnet.

Mit seiner volkstümlichen Sendung hatte Schenk zwischen 1966 und 1987 regelmäßig Millionen Zuschauer vor die Fernsehgeräte gelockt. Die Kulisse für die Sendung bildete eine schlichte Schankwirtschaft, in der das hessische Nationalgetränk Apfelwein serviert wurde. Seine Gäste verabschiedete Schenk dann stets mit dem Bembel, einem dickbauchigen, graublauen Steinkrug, in dem der Äppelwoi traditionell ausgeschenkt wird.

Beim „Blauen Bock“ gaben sich die Größen der Unterhaltungsbranche über drei Jahrzehnte die Klinke in die Hand. Es traten aber nicht nur Hochkaräter aus der Schlager-, Volksmusik- und Opernwelt sowie Komiker auf. Auch andere Prominente hatten Gastauftritte und gaben nicht selten ein Gesangsduett mit dem Showmaster. Schenk lieferte die Ideen für die Sendung, schrieb neben den Texten auch fast alle Lieder. Der erste Moderator der Show war seit dem Start im Jahr 1957 jedoch Otto Höpfner.

Am 19. Dezember 1987 verabschiedete sich Showmaster Schenk dann nach 134 Sendungen aus Altersgründen in den Ruhestand. Nach seiner TV-Karriere stand der gebürtige Mainzer noch auf der Bühne des Frankfurter Volkstheaters.

Im Jahr 2014 starb Schenk im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Wiesbaden. Seine gesamten Hinterlassenschaften wurden für einen Wert von insgesamt 80 000 Euro versteigert und flossen in das Kapital seiner Stiftung. Das Volumen der Stiftung umfasst 900 000 Euro. In seinem Testament hatte der kinderlose Entertainer verfügt, dass sein Vermögen über die Stiftung für Förderung von jungen Unterhaltungskünstlern verwendet werden soll.

Über die Umsetzung kümmert sich nun Schenks langjähriger Manager und Nachlassverwalter Horst Klemmer. Für das Kuratorium der Stiftung gewann er eine Reihe renommierter Promis mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Branche: Schlagersänger Roberto Blanco, das Volksmusikpaar Judith und Mel, Schauspieler Thorsten Laussch, Ex-ZDF-Unterhaltungschef Wolfgang Penk und RTL-„Let's-Dance“-Juror Joachim Llambi.

Die Nachwuchskünstler können sich nun bei der Stiftung in mehreren Kategorien bewerben, unter anderem Comedy, Gesang, Artistik und Schauspiel. Bewerbungen sind bis Ende des Jahres möglich. Dann sollen die Talente in regionalen Veranstaltungen vor einer Jury gegeneinander antreten, um den Sieger zu ermitteln. Das Finale ist für Dezember 2018 geplant.

Der Talentwettbewerb ist auf einen zweijährigen Rhythmus angelegt. Der Sieger soll nach den Plänen des mit über 80 Jahren immer noch sehr umtriebigen Klemmers neben einem Preisgeld auch einen Vertrag mit einem Management erhalten.

Von Bernd Glebe, dpa