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"Küstenwachen"-Kapitän Manou Lubowski: "Patchwork ist kein Spaziergang"

Er ist seit 20 Jahren im Geschäft - das Gesicht kennt jeder, den Namen Manou Lubowksi (43) nur wenige. Das wird sich ändern, denn der attraktive Nebendarsteller aus Serien wie "Soko", "Der Landarzt" oder "Forsthaus Falkenau" hat eine große Hauptrolle ergattert.

Er gibt den Kapitän Thure Sander auf dem ZDF-Vorabend-Dampfer "Küstenwache" (immer mittwochs um 19.25 Uhr). Die Nachrichtenagentur spot on news stach mit ihm in See und erfuhr erstaunliches.

Herr Lubowski, Sie geben den neuen Kapitän Thure Sander in der ZDF-Serie "Küstenwache". Sind Sie seetauglich?

Nur bedingt. Ich surfe, tauche und schwimme zwar ganz passabel, aber auf großen Schiffen werde ich gerne mal seekrank. Und damit ich den Kollegen nicht das Set vollspucke, muss ich beim Drehen ständig Kaugummis gegen Reisekrankheit kauen.

Noch andere Weichei-Bekenntnisse?

Jede Menge, wenn es um meine Kinder geht. Aber außer Haus gebe ich ganz gerne Mal den harten Hund. Vor allem wenn ich, wie bei Thure Sander, eine Uniform tragen und Befehle geben darf. Man verändert seine Haltung wenn man in solch eine Uniform schlüpft. Das verleiht Autorität. Nicht umsonst stehen die Frauen auf solche Männer.

Frauenversteher oder Macho?

Wer kann Frauen schon verstehen? Ich bin als Kind ohne Vater, mit alleinerziehender Mutter aufgewachsen und lebe mittlerweile in einer Patchwork-Familie mit drei Mädels zusammen. Um diesen Östrogen-Überschuss zu überleben, muss man zwangsweise ein bisschen Macho werden. Die holen mir zwar allesamt immer noch kein Bier aus'm Keller, wenn ich Sportschau gucke, aber ich bin sehr erfolgreich darin, ihre emotionalen Ausbrüche zu relativieren. Sind nämlich alle drei, kleine Drama-Queens - sowohl meine Tochter Beija (7), als auch meine Lebensgefährtin Rubina (40) und deren Tochter Maya (8).

Klingt anstrengend.

Ist es auch. Solch eine Patchwork-Konstellation ist doppelt so anstrengend wie eine normale Beziehung. Jeder, der was anderes sagt, lügt. Allein schon weil aufgrund der Kinder immer der Ex-Partner noch mit reinspielt. Hinzu kommen Autoritätsprobleme und Eifersüchteleien unter den Kindern. Patchwork ist kein Spaziergang.

Warum ist Ihre Partnerin die Mühe wert?

Weil durch sie meine Sonne jeden Tag ein bisschen heller scheint. Bei Rubina kommen viel Facetten zusammen: Sie hat viel Temperament und ist, als studierte Juristin, gleichzeitig sehr strukturiert. Das funktioniert seit vier Jahren auch so gut, weil sie aufgrund ihrer brasilianischen Wurzeln kein Problem mit dem klassischen Rollenverständnis hat. Sie ist gerne Frau und lässt mich gerne Mann sein. Eigentlich haben wir ein bisschen italienische Verhältnisse Zuhause.

Womit Sie Erfahrung haben. Sie waren einst mit Ornella Mutis Tochter Naike Rivelli verheiratet.

Die war aber ganz anders. Sie war ein wilder Vogel, den man keine fünf Minuten aus den Augen lassen konnte. Im Gegensatz zu Rubina war ihr Temperament gänzlich unkontrolliert. Naike hätte eigentlich einen Babysitter und keinen Ehemann gebraucht. Das war mir viel zu anstrengend, weswegen unser Glück auch nur elf Monate angedauert hat.

Aber verheiratet waren Sie trotzdem vier Jahre.

Weil die Frau so chaotisch war, dass man mit ihr nicht mal einen Scheidungs-Termin ausmachen konnte. Sie war oft einfach nicht aufzufinden. Das hat mitunter ganz schön genervt, weil ich klare Verhältnisse wollte und es gegenüber meiner neuen Patchwork-Familie als respektlos empfand. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet. Wir haben zwar keinen Kontakt, aber zumindest grüßen wir uns, wenn wir uns zufällig begegnen.

Sind Sie ein schwieriger Partner?

Nur beim Frühstücken, da gebe ich gerne den schweigenden Manitou. Das ist der Name, den meine Hippie-Mutter ursprünglich für mich angedacht hatte. Ich bin heilfroh, dass die Behörden sie damals zwangen zumindest das "it" rauszunehmen. Sonst hätte ich mir in der Schule noch mehr Spott anhören müssen.

Wie viel Hippie wohnt noch in Ihnen?

Nix Hippie, nix freie Liebe, nix Kiffen, nix AKW-Demos, ich bin wesentlich spießiger unterwegs, als meine Mama sich das je hätte träumen lassen. Aus ihrem kleinen Indianer ist ein Seemann geworden.

(ali/spot)