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Musik

Kriemhild Siegel: "Die Arbeit mit Ralph ist eine Freude"

Es ist ein Stück Erinnerung, das Kriemhild Maria Siegel (40) mit ihrer neuen CD "Die schönsten Volkslieder der Deutschen" geschaffen hat. In Zusammenarbeit mit ihrem Mann, Musikproduzent Ralph Siegel (67), führt die klassische Sopranistin ihre Zuhörer mit 19 ausgewählten traditionellen Volksliedern auf eine Reise in die Vergangenheit und zu Kindheitsandenken, die zunehmend in Vergessenheit geraten.

Mit der Nachrichtenagentur spot on news sprach die Sängerin nun über die Verwirklichung des einzigartigen Projektes.

Frau Siegel, als Sopranistin sind Sie in der Klassik zu Hause, wie entstand die Idee zu einem Album mit Titeln aus dem Bereich der deutschen Volkslieder.

Ich hatte von Kindheit an eine sehr hohe Affinität zu deutschen Volksliedern und kann mich daran erinnern, wie meine Mutter mir Lieder wie "Sah ein Knab ein Röslein stehen" beigebracht hat. Die Idee, über die ich sehr glücklich war , "Die schönsten Volkslieder der Deutschen" zu machen entstand in Kooperation mit der "Bild"-Zeitung. Die Platte spiegelt unter anderem die Musik wider, mit der ich groß geworden bin und die mich in meinem Leben sehr geprägt hat.

Sind Sie zufrieden mit der Auswahl der Lieder?

Insgesamt hatte das Publikum 30 Songs vorgeschlagen, aus denen wir 19 ausgewählt haben, die sich besonders gut für meine Sopranstimme umsetzen ließen. Ich bin absolut zufrieden, es sind alles Titel, die ich sehr gerne singe.

Hören Sie privat auch Chartmusik?

Ich höre sehr gerne Popmusik, Jazz und Klassik, es gibt für mich nicht nur eine Richtung, ich mag eigentlich alles.

Haben Sie sich mit Ihrem neuen Album musikalisch weiterentwickelt?

Ja. Mein Mann und ich haben versucht, mit jedem Album etwas Besonderes zu kreieren. Ich wollte immer etwas Neues machen, das es vorher so noch nie gab. So haben wir z.B. mit der "Mozart Premiere" das erste Mal die schönsten Instrumentalwerke von Mozart besungen. Bei "Schwanensee" ist es uns u.a. gelungen, das gleichnamige Ballett von Tchaikovsky unter Mitwirkung von Oskarpreisträger Maximilian Schell in einer ganz neuen Art und Weise erklingen zu lassen.... Auch sollten "Die schönsten Volkslieder der Deutschen" in ganz neuem Glanz erstrahlen, ich denke dies ist uns auch durch die neue Gestaltung und Harmonisierung ganz gut gelungen.

Heino hat als Schlagersänger Rockbands gecovert, wäre das auch etwas, das für Sie in Frage kommen würde?

Ich finde es wunderbar, dass er das gemacht hat. Ich bin offen und bereit für alles. Neue Wege sind interessant, deshalb finde ich es eine spannende Idee. Ich könnte mir auch vorstellen, den einen oder anderen Coversong zu singen, er müsste natürlich passend zu meiner Sopranstimme bearbeitet werden.

Sie arbeiten viel mit Ihrem Mann Ralph zusammen, wer ist im Studio der Chef?

Ich arbeite sehr gerne mit meinem Mann zusammen. Das ist für mich eine echte Freude und Weiterentwicklung. Ich habe vieles dazu gelernt, seitdem wir gemeinsam Musik produzieren, zum Beispiel wie wichtig es ist, den Text verständlich zu artikulieren. Wir Klassiker neigen dazu, die Worte nur schön zu singen und uns durch den Text durchzumogeln. Mein Mann hat mir Seiten an meiner Stimme gezeigt, die ich nicht kannte. Er ist der Produzent und weiß genau, was er haben möchte und wie es klingen soll. Mein Mann liebt das neue Album.

Ist die Musik etwas, das sie und ihren Mann noch tiefer verbindet?

Musik ist ein sehr wichtiger Teil in unserem Leben. Ich habe meinen Mann über die Musik kennen gelernt. Es kommt in Kürze eine Vierer-CD-Box bei Shop24 direct auf den Markt mit über vier Stunden Musik, die mein Mann und ich in den letzten Jahren gemacht haben. Mein Mann hat so viele schöne Lieder für mich gesucht und geschrieben. Wenn zwei kreative Menschen zusammentreffen und zurückblicken auf das, was sie gemeinsam geschaffen haben, ist das beeindruckend.

Bleibt bei Ihrem vollen Terminkalender noch genug Zeit fürs Privatleben?

Wenn man nichts zu tun hat, wird es einem langweilig (lächelt). Mein Mann und ich haben aber das Glück, dass wir beruflich und privat unsere Zeit miteinander verbringen. Zu kurz kommen wir nicht. Wir waren in den bald zwölf Jahren, die wir zusammen sind, insgesamt nur zwei bis drei Wochen getrennt.

Ihr Mann war schwer krank, wie gehen Sie damit um?

Das ist Gott sei Dank vorbei, er ist seit einigen Jahren wieder gesund. Ich bin dankbar dafür, bin aber ein Mensch, der sich auf das Positive konzentriert. Ich glaube, wenn man Positives aussendet kommt auch Positives zurück...

Haben Sie noch familiäre Pläne, beispielsweise Kinder?

Mein Mann und ich haben das Kinderthema eigentlich abgehakt. Zwischendurch war es eine Überlegung, aber es hat sich nicht ergeben. Mein Mann hat ja schon drei Töchter und außerdem habe ich mit meinen insgesamt sechs Neffen und Nichten eine große Kinderschar um mich herum, die ich sehr genieße.

Haben Sie musikalisch schon neue Pläne?

Natürlich denkt man schon über das nächste Album nach. Vielleicht wird es etwas mehr in die Pop-Richtung gehen, oder Volkslieder zweiter Teil. Es wird ein weiteres Album geben, aber jetzt liegt natürlich der Fokus auf der neuen Platte, die gerade erst herausgekommen ist.

(jb/spot)