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Kino

Kino-Tipp: Silver Linings - Wenn du mir, dann ich dir

Frau verloren, Haus verloren, Job verloren? Wenn das mal kein Grund ist, richtig durchzudrehen! Diese Ausgangssituation ist die Grundlage für den neuen Film von Regisseur David O.

Russell nach seinem Publikums- und Kritiker-Erfolg "The Fighter".

Pat Solatano (Bradley Cooper) hat den Betrug seiner Frau aufgrund seiner bipolaren Störung nicht gut aufgenommen und ist durchgedreht. Er hat seine berufliche und private Grundlage verloren und die letzten acht Monate aufgrund einer gerichtlichen Anweisung in einer psychiatrischen Anstalt verbracht. Seine Mutter (Jacki Weaver) bringt ihn nach Hause und quartiert ihn in seinem alten Zimmer ein. Sein Vorhaben, seine Frau zurückzuerobern, stößt bei ihr und seinem Vater (Robert De Niro) auf wenig Begeisterung. Pat trifft jedoch auf die rätselhafte Tiffany, die ihm ihre Hilfe anbietet. Die von schweren Rückschlägen ebenfalls gebeutelte junge Frau fordert von Pat aber eine Gegenleistung. Nach einigem Zögern willigt Pat ein und so machen sie sich auf eine Reise, die für beide zur Befreiung werden könnte.

Mit "Silver Linings - Wenn du mir, dann ich dir" wechselt David O. Russell spielend zwischen Drama, Komödie und Liebesfilm hin und her. Die drei Elemente hat er im Drehbuch flüssig miteinander verwoben und daraus einen Film gemacht, der unterhält, bewegt und zum Nachdenken anregt. Die Geschichte hat Russell in einem geerdeten Milieu normaler Menschen angesiedelt und darin mit den Hauptcharakteren zwei Menschen platziert, die mit ihren Ängsten und Störungen das Leben ihrer Mitmenschen gehörig aufwirbeln.

Russell schildert das mit einer guten Mischung aus zynischem und warmherzigen Humor, scheut sich aber auch nicht vor ernsten und bewegenden Szenen zurück, wenn zum Beispiel Pats Vater dem Sohn seine Verzweiflung aber auch seine Liebe mitteilt. Auch das Thema mentale Störung und Trauer geht Russell mit einer guten Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit an.

Das dieser interessante Mix funktioniert, hat der Film neben Regisseur und Drehbuchautor Russell auch seinen Darstellern zu verdanken. Bradley Cooper und Jennifer Lawrence zeigen großartige Vorstellungen und stehen nicht zu Unrecht auf diversen Nominierungslisten für Preise, darunter auch die Golden Globes. Cooper spielt gekonnt gegen sein bisheriges Image als smarter Schönling an und überzeugt mit einer direkten Emotionalität als Pat. Lawrence verwundert mit ihren 21 Jahren in einer reifen und sehr differenzierten Darstellung der undurchsichtigen Tiffany.

Das starke Duo wird von der weiteren Besetzung hervorragend ergänzt. Vor allem Robert De Niro überzeugt und bietet in der Rolle als Pats verschrobener Vater seine beste schauspielerische Vorstellung seit Jahren an. Als Football-Besessener, der vom Aberglauben beherrscht ist, sorgt er für ein paar Highlights.

"Silver Linings - Wenn du mir, dann ich dir" zieht mit seinem ungewöhnlichen Charme und seinen beiden Hauptdarstellerin in den Bann. David O. Russell schildert mit Witz und sehr unterhaltsam den Weg zweier schwieriger Menschen aus der Krise ohne dabei dem Kitsch zu verfallen. Damit ist "Silver Linings" das erste und ein ganz besonderes Highlight des Kinojahrs 2013.

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