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Kino

Kino-Tipp: Red Dawn

Der 1984 erschienene Film "Die rote Flut" genießt unter Actionfans Kultstatus. Die Geschichte um eine Gruppe Jugendlicher, die nach einer Attacke der Sowjets zu Partisanen werden und um die Freiheit ihrer kleinen Heimatstadt kämpfen, machte Schauspieler wie Patrick Swayze und Charlie Sheen berühmt.

Fast 30 Jahre später hat sich im Remake an der Geschichte nicht viel geändert. Nur der Feind ist ein anderer geworden. Da der Kalte Krieg schon lange vorbei ist, müssen Nordkoreaner statt Russen als Feindbild herhalten. Ansonsten ist das Setting das gleiche wie im Achtziger-Kultstreifen: Eine idyllische Kleinstadt in den USA wird wie das ganze Land von der Invasion der Nordkoreaner überrascht. Der US-Marine Jed (Chris Hemsworth), sein kleiner Bruder Matt (Josh Peck) und ein paar Freunde können bei dem Angriff in die nahe gelegenen Wälder fliehen und entscheiden sich, Widerstand zu leisten.

"Red Dawn" ist ein einfach gestrickter Actionfilm mit gutaussehenden Jungstars, einer ziemlich dümmlichen, sogar für Hollywood-Verhältnisse unrealistischen Geschichte und wartet mit einigen riesengroßen Logiklöchern auf. Ignoriert man all diese Einwände und akzeptiert die Ausgangslage der gelungenen Invasion der USA durch Nordkorea dank elektromagnetischer Superwaffe , dann kann der Film für knappe 90 Minuten unterhalten.

Die Action ist nicht herausragend, aber solide inszeniert vom Stuntspezialisten Dan Bradley (u.a. "Das Bourne Ultimatum") in seinem Regiedebüt. Die Spezialeffekte sind angesichts des Budgets von etwa 65 Millionen US-Dollar akzeptabel. Das Drehbuch bietet keine besonders komplexe Figurenzeichnung und bemüht sich angestrengt um einen tiefgründigen Konflikt zwischen den Brüdern Jed und Matt, der jedoch mit einem kurzen Gespräch gelöst ist.

Dafür bietet "Red Dawn" Kurzweil, viele Schießereien und Explosionen, ein wenig Liebesgeschichte und einen recht spannenden Angriff auf das Hauptquartier des Feindes. Die Schauspieler werden dabei nicht besonders gefordert und bieten keine Glanzleistungen.

Ist der Zuschauer nicht gewillt oder schlicht nicht in der Lage die zu Anfangs genannten Einwände zu ignorieren, dann ist "Red Dawn" bescheuerter und reaktionärer Action-Trash, der die Intelligenz beleidigt, in blutigen Klischees, Pathos und Patriotismus ertrinkt und angesichts seiner wenig plausiblen Handlung auf die Nerven geht. Es ist deswegen sehr empfehlenswert für jeden interessierten Kinobesucher, vor dem Kauf des Tickets zu entscheiden, welche Art von Zuschauer er oder sie bei "Red Dawn" sein will.

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