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Kino

Kino-Tipp: Mavericks

Die beiden Regisseure Michael Apted ("James Bond - Die Welt ist nicht genug") und Curtis Hanson ("L.A. Confidental") haben sich für ihren neuen Film die Regie geteilt.

Die beiden zeichnen in "Mavericks" das Leben des jungen Surfers Jay Moriaty nach.

Der 15-Jährige Jay (Jonny Weston) wächst ohne Vater und mit einer Mutter (Elizabeth Shue) auf, die Alkoholikerin ist. Die Wellen am kalifornischen Strand von Santa Cruz stellen für ihn die Flucht aus seiner tristen Welt dar. Er entwickelt sich zu einem begabten Surfer, dem jedoch schnell die normalen Wellen zu fade werden. Als er herausfindet, dass sein Nachbar, die lokale Surferlegende Frosty (Gerard Butler), Riesenwellen, sogenannte Mavericks, reitet, heftet er sich wie eine Klette an den verschlossenen Familienvater. Frosty soll ihm beibringen, wie man diese Wellen reitet und dabei überlebt. Doch das ist nicht das einzige was Jay bewegt, denn da ist auch noch die etwas ältere Kim (Leven Rambin), mit der er seit Kindheitstagen befreundet ist.

Michael Apted und Curtis Hanson erzählen die Geschichte vom suchenden Jungen und dem zunächst widerwilligen Ersatzvater sehr konventionell auf bereits eingetretenen Pfaden. Das liegt auch am Drehbuch von Kario Salem ("The Score"), das auf dem wahren Leben von Jay Moriaty basiert. Die Geschichte ist vorhersehbar und besitzt ein gemächliches Tempo. Auch die Charakterzeichnung wirkt nicht immer stimmig und schablonenhaft.

So wirken dann auch manche Konflikte etwas unglaubwürdig, etwas wenn sich Jays bester Kumpel plötzlich gegen ihn wendet. Auch das Verhalten eines aggressiven Surfrivalen bei Begegnungen im Wasser und im Trockenen ist nicht wirklich gelungen dargestellt.

Apted und Hanson drücken auch allzu offensichtlich und gewollt auf die Tränendrüse der Zuschauer. Dadurch endet mancher Dialog und manche Szene im typischen Drama-Klischee. Die Monsterwellen sind dabei die fast schon mythische Herausforderung, der Weg dahin wird zur Schule des Lebens. Sowohl Jay als auch Frosty geraten in Krisen, aus denen sie sich gegenseitig helfen. Dieser Mix wirkt manchmal zu gewollt.

Etwas abfedernd wirken da die beiden Hauptdarsteller. Gerard Butler zeigt eine gute Vorstellung als mürrische, aber liebenswerte Surflegende, wird aber auch in mancher Szene Opfer des vagen Drehbuchs. Sein eigenes Vater-Trauma, das Auswirkungen auf die Beziehung zu Jay hat, ist zum Beispiel nicht sonderlich plausibel in Szene gesetzt. Der junge Jonny Weston gefällt mit seiner ruhigen und zurückhaltenden Spielweise als Jay. Zusammen bilden er und Butler ein gutes Leinwandduo.

Trotz seiner Schwächen kann "Mavericks" insgesamt durchaus unterhalten, denn den beiden Regisseuren sind tolle Bilder der kalifornischen Küste gelungen, die in teils atemberaubenden und spannenden Surfaufnahmen gipfeln. Akzeptiert der Zuschauer die etwas schmalzige Oberflächlichkeit von "Mavericks", dann erwartet ihn ein durchaus netter Surferfilm.

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