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Kino

Kino-Tipp: "Kiss the Coach"

In Europa war der Ex-Profifußballer George (Gerard Butler) ein Star, hat aber auch viel Mist gebaut. In den USA gilt sein Ruhm nichts. Dennoch zieht der Schotte in ein Städtchen in Virginia, um seiner geliebten Ex-Frau Stacie (Jessica Biel) und seinem kleinen Sohn Lewis (Noah Lomax) nahe zu sein.

Immerhin darf er Lewis' Jungsmannschaft trainieren. Der Trainer beeindruckt nicht nur die Buben, sondern auch deren Mütter. Frauenschwarm Gerard Butler wird in der Beziehungskomödie "Kiss the Coach" von einer ganzen Riege attraktiver "Soccer Moms" belagert.

Catherine Zeta-Jones, Uma Thurman, Judy Greer und nicht zuletzt Jessica Biel als Ex-Gattin: Selten war die Dichte an Filmschönheiten so hoch wie in dieser Komödie. Mal davon abgesehen, dass Gerard Butler selbst ein ansehnliches Mannsbild ist. Zeta-Jones spielt eine heiße Sportjournalistin, die ihm zu einer Sportmoderatoren-Karriere verhelfen will, Thurman ist die verführerische und durchgeknallte Gattin des örtlichen Fußballsponsors und Judy Green eine frustrierte Single-Frau. Ohne groß Umstände zu machen, legen sie sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins Bett des netten Trainers.

Die Kombination aus Fußball, süßen Kids und "yummie mummies" schien vielleicht auf dem Papier des Drehbuchs unschlagbar. Doch die mehr liebenswürdige als frivole Komödie kommt nie recht in Fahrt, schon weil sie bis in die Details so vorhersehbar ist. Zwar ist es witzig, wie George von den Soccer Moms - eine Bezeichnung für gut situierte Vorortmütter, die ihre Zeit damit verbringen, ihre Kids zu Freizeitaktivitäten zu chauffieren - angemacht wird. Klar, dass Georges' Allzeit-Bereit-Modus bei seiner Ex-Frau Stacie, die er zurückerobern will, gar nicht gut ankommt - wurde sie doch schon während der Ehe von Groupies ins Abseits gestellt.

Um die Sache ein wenig aufzupeppen, kommt Dennis Quaid als lokaler Platzhirsch und gefährlicher Hitzkopf ins Spiel. Doch er entpuppt sich ebenso als Papiertiger wie Stacies netter Verlobter, den sie als zuverlässigen Kindsvater auserkoren hat. Der Hahn im Korb ist vom Anfang bis zum Happy-End Gerard Butler. Er spielt einen Mann, der schlicht zu höflich ist, um sich den Avancen zu entziehen und dem alles irgendwie zustößt - er kann ja nichts dafür. Diese bubenhafte Verantwortungslosigkeit hat ihren eigenen Charme. Natürlich lässt sich auch die leidgeprüfte Stacie vom Dackelblick ihres Ex bezirzen.

So erinnert der dritte Hollywoodfilm des Italieners Gabriele Muccino, vielgelobt für die Dramen "Sieben Leben" und "Das Streben nach Glück" mit Will Smith, an seine italienische Erfolgskomödie "Ein letzter Kuss". Auch diesmal ist die Tonart vorwiegend heiter, oft burlesk, doch nie von satirischer Schärfe. Georges liebenswürdige, quasi mediterrane Fouls passen nicht recht ins Ambiente einer amerikanischen Komödie, in der man mehr Dynamik und Aggression erwartet. Wer nicht ein ausgesprochener Fan von Gerard Butler ist, der wird schon lange vor der familiären Wiedervereinigung sehnsüchtig auf den Abpfiff warten.

(obr/dapd)