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Kino

Kino-Tipp: G.I. Joe 2: Die Abrechnung 3D

Die Elitetruppe der G.I. Joes wird nach einem gelungenen Einsatz irgendwo im Nahen Osten hinterrücks attackiert, fast vollständig aufgerieben und zu Landesverrätern erklärt.

Was hat die gegnerische Cobra-Organisation jetzt wieder ausgeheckt? Die restlichen drei Joes können niemandem mehr vertrauen - außer ihrem Gründer, dessen Namen die Truppe trägt. Nun hat die Geheimwaffe General Joe alias Bruce Willis zwar den Ruf, jeden Film retten zu können. Doch im Actionspektakel "G.I. Joe 2: Die Abrechnung" kann auch er nichts gut machen.

Denn der Krachmacherfilm in 3D, als Fortsetzung des "G.I. Joe"-Kassenhits von 2009 deklariert, entpuppt sich fast als Mogelpackung. Mit Regisseur Stephen Summers wurde auch die zuvor namhafte Besetzung weitgehend ausgewechselt. Channing Tatum (Captain Duke Hauser), mittlerweile den Haudrauf-Rollen entwachsen, hat in der Fortsetzung nur einen verkürzten Auftritt. Promi-Neuzugang Bruce Willis als Veteran Joe Colton hat wenig mehr zu tun, als ab der zweiten Filmhälfte seinen bärbeißigen Charme auszuspielen. Das Ruder übernimmt stattdessen Neuzugang Roadblock, gespielt vom sanften Riesen Dwayne Johnson.

Inhaltlich setzt Regisseur John M. Chu, der unter anderem den Tanzfilm "Step Up 3D" drehte, auf eine Mega-Verschwörung, deren Details allerdings völlig unklar bleiben. Im Zentrum steht kein Geringerer als der US-Präsident beziehungsweise dessen Doppelgänger, der im Bunde mit der Organisation Cobra einen wahnwitzigen Welteroberungsplan mit Atomraketen und Satelliten durchzieht und mehrmals den roten Knopf betätigt. Wo im Vorgängerfilm mal kurz der Eiffelturm gesprengt wurde, geht nun noch weit mehr europäisches Kulturgut den Bach runter.

Der 3D-Film punktet neben größeren und kleineren Zerstörungsorgien vor allem mit rasant choreographierter Action. In atemberaubenden Szenen flutschen zum Beispiel Ninja-Krieger an gespannten Seilen durchs Hochgebirge. Da der Film - wie die "Transformers" - auf Spielzeugfiguren der Firma Hasbro basiert, wurden noch ein paar Krieger hinzu erfunden. Neben Storm Shadow, der bereits zuvor dabei war und nun einen größeren Part bekommt, turnt unter anderem mit Jinx ein weiblicher Ninja durch die Kulisse. Für Sex-Appeal sorgt die Amazone Lady Jaye, und ein gewisser Firefly gibt auf seinem Monster-Motorrad ordentlich Gas.

Obwohl alles versammelt ist, was das Herz der Zielgruppe höher schlagen lässt, wirkt das explosive Treiben merkwürdig disparat und grob zusammengeschustert. Noch lauter und hohler als "G.I. Joe" Nummer eins, fehlt es der Fortsetzung jedoch an dem Drive des durchaus unterhaltsamen Vorgängers. Der tumbe Actionkracher erscheint nun vollends als Werbefilm für neue Spielzeugfiguren, mit denen Jungs im Kinderzimmer nach dem filmischen Vorbild mit "Bumm", "Krach" und "Zack" Krieg spielen können.

(dos/dapd)