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Kino

Kino-Tipp: Die Jagd

Der 40-jährige Lucas hat eine schwierige Scheidung hinter sich, zudem wird seine Schule geschlossen. Doch der Lehrer findet in seinem Dorf einen neuen Job in einem Kindergarten.

Zudem entscheidet sich sein Sohn, bei ihm anstatt der Mutter zu wohnen. Das Leben scheint wieder bergauf zu gehen. Zudem entwickelt sich eine Beziehung mit einer Kollegin. Das alles fällt aber schnell in sich zusammen, als die vierjährige Tochter seines besten Freundes eine kindliche Schwärmerei für ihn entwickelt. Lucas weist Klaras Zuneigung sanft zurück. Doch das kleine Kind ist enttäuscht und behauptet, dass Lucas sich vor ihm entblößt hätte. Daraufhin entwickelt sich eine unaufhaltsame Dynamik, die auch nicht gestoppt wird, als das Mädchen ihre Lüge zugibt.

Regisseur Thomas Vinterberg ("Das Fest") schildert mit "Die Jagd" eine perfide Hexenjagd in einer modernen und aufgeklärten Gesellschaft. Das Thema Pädophilie zeigt der Film auf eine andere Art, der Zuschauer weiß von Anfang an, dass Lucas unschuldig ist.

Aus der kindlichen Beschuldigung entfaltet sich in "Die Jagd" eine beängstigende Eigendynamik. Niemand fragt nach handfesten Beweisen. Zunächst gibt es nur Gerüchte, die aber angesichts der Ungeheuerlichkeit der Anschuldigung schnell zu Wahrheiten werden. Der Film zeigt das Leben eines Menschen, dass unaufhaltsam in sich zusammenfällt. Am Ende hat Lucas nur noch wenige Menschen, die ihm beistehen.

Die spannende und zugleich schockierende Geschichte wird durch die außergewöhnliche Darstellung von Mads Mikkelsen ("Casino Royale") getragen. Er spielt den zu Unrecht beschuldigten Lucas mit einer beeindruckenden Kraft und bewegenden Tiefe. Dafür bekam er vergangenes Jahr in Cannes den Darstellerpreis verliehen. Allein für Mikkelsen lohnt sich deshalb schon die Kinokarte für dieses starke Drama.

(dos/spot)