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Kino

Kino-Tipp: Cäsar muss sterben

Die Brüder Vittorio und Paolo Taviani sind beide über 80, doch ihr Film ist moderner als alle Shakespeare-Verfilmungen der vergangenen Jahre, selbst wenn diese im Heute spielen.

Denn diesmal gehen Realität und Theater unmittelbar ineinander über. "Julius Caesar" handelt von der tödlichen Intrige gegen den römischen Imperator, der an den Iden des März von den Verschwörern, darunter sein Adoptivsohn Brutus, erstochen wird.

Das Stück von William Shakespeare führen nicht professionelle Schauspieler auf, sondern Laien, die als Strafgefangene im römischen Gefängnis Rebibbia leben. Gedreht wurde ausschließlich im Hochsicherheitstrakt von Rebibbia, in Zellen, Fluren und einem engen Lichthof. Die in Farbe gefilmten und auf Schwarz-Weiß umkopierten Theaterproben im bleiernen Licht und mit vielen Nahaufnahmen erinnern an den Stil des Neorealismo der frühen 50er.

Die beiden haben so einen außergewöhnlichen Dokumentarfilm geschaffen, der Gänsehaut erzeugt - schon allein durch den Gegensatz zwischen der im Stück beschworenen Freiheit, die mit dem Tyrannenmord erkämpft werden muss und dem Schicksal der Darsteller.

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