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Ken Duken: "Ich möchte nicht mit Brad Pitt tauschen!"

Auch wenn er mehr im Ausland als in der Heimat dreht, Ken Duken (33) gehört zur allerersten deutschen Schauspielgarde. Man kennt ihn aus Produktionen wie "Das Adlon", "Laconia" oder der TNT-Serie "Add a friend".

Letztere aus dem Hause Turner steht seit dieser Woche als Grimme-Preis-Gewinner - Spezialpreis "Fiktion" - fest. Ken Duken spielt neben Gisela Schneeberger und Friedrich Mücke eine der tragenden Rollen in der ersten deutschen Pay-TV-Eigenproduktion. Die Nachrichtenagentur spot on news gratuliert dem Hauptdarsteller.

"Add a Friend" stammt zwar aus Deutschland, aber ansonsten sind Sie im Ausland wesentlich aktiver als in der Heimat. Wie kommt's?

Ich bin da wohl irgendwie reingerutscht. Es ging los mit einer deutsch-italienischen Koproduktion, dadurch kamen italienische Produktionen und dann nahmen die Dinge einfach ihren Lauf. Mittlerweile drehe ich 70 Prozent meiner Filme in Italien, England und Skandinavien.

Was ist anders als in Deutschland?

Die Arbeit ist nicht anders, aber es gibt im Ausland einen größeren Markt. Das erlaubt mir, in vielen unterschiedlichen Genres zu spielen. Komödie, Drama, Action, Bösewichte, Kriegsfilme - die ganze Bandbreite. Die Schablone, in die ich reinpasse, muss erst noch erfunden werden.

Die gibt's doch schon: Deutschlands Antwort auf Brad Pitt!

Den Vergleich habe ich nie gesucht und der hinkt auch. Es ist zwar als Kompliment gemeint, aber es geht mir trotzdem auf die Nerven. Ich finde Vergleiche prinzipiell nicht gut, da ich meinen eigenen Weg gehe.

Wäre das keine Karriere nach Ihrem Gusto?

Brad Pitt ist zweifelsohne ein guter Typ, aber ich möchte nicht mit ihm tauschen. Diese öffentliche familiäre Inszenierung, das ist nicht mein Ding. Das hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern vielmehr damit, dass ich das schützen möchte, was mir wertvoll ist. Die Familie ist mein Mittelpunkt. Ich bin seit zwölf Jahren verheiratet und wir haben einen dreijährigen Sohn. Gerade in der unsicheren Filmbranche gibt mir das sehr viel Halt.

Klingt sehr bürgerlich für einen jungen Mann.

Keine Sorge, ich habe mich ausgetobt.

Drogen?

Drogen waren nie mein Ding, weil ich sehr früh gespürt habe, was für ein Suchtpotential in mir steckt. Ich habe früher bis zu vier Schachteln Zigaretten am Tag geraucht, das war schlimm genug.

Wie schafft man es auf 80 Zigaretten am Tag zu verzichten?

Ich habe mit dem Laufen angefangen, das hat es sehr gut kompensiert. Mittlerweile bin ich diverse Marathons und Halbmarathons gelaufen. Wenn ich richtig trainiere, dann laufe ich bis zu 100 Kilometer die Woche.

Wieso so maßlos - woher dieser Anspruch?

Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. So koche ich, so arbeite ich, so liebe ich. Ich mache alles konsequent und ohne Maß zu halten.

Und Söhnchen Viggo?

Den liebe ich natürlich auch maßlos. Nach neun Jahren alleine, war das natürlich eine große Umstellung. Es erfordert ein großes Maß an Organisation. Wir waren seit seiner Geburt bereits in Sri Lanka, Tunesien, Griechenland, New York und Vietnam - das muss organisiert werden. Aber der Kleine ist jede Mühe wert.

Rollenteilung?

Wenn man so lange zusammen ist, dann hat man in vielerlei Hinsicht die gleiche Lebenseinstellung, und da sind keine Rollenteilungen nötig. Ob Haushalt oder Erziehung, wir sind beide auf dem gleichen Weg und haben die gleichen Werte.

Ab wann stand Ihr Weg fest?

Seit meinem fünften Lebensjahr. Meine Mama und mein Onkel waren beide erfolgreiche Bühnenschauspieler. Als ich sah, dass sie auf der Bühne Sachen machten, die ich als Kind nicht durfte, wurde für mich die Schauspielerei ganz schnell zum Inbegriff von Freiheit. Von da an stand mein Weg fest.

Hat der kleine Ken früher mit Barbies gespielt?

Nein, aber ich wurde ständig wegen meines Namens gehänselt. Umso mehr als dass ich im ländlichen Garmisch-Partenkirchen aufgewachsen bin.

Ihr Lieblings-Ken-Witz?

Ein Typ will für seine Tochter eine Barbie kaufen und sieht im Laden dutzende Varianten: die Model-Barbie, die Pferde-Barbie, die Hawaii-Barbie usw. - Alle für jeweils 19,80 Euro. Dann entdeckt er eine ganz unscheinbare Barbie, die mit 430,- Euro ausgezeichnet ist. Auf Nachfrage warum die so teuer sei, meint der Verkäufer: "Das ist die Scheidungs-Barbie, da kommt noch Kens Haus dazu, Kens Auto, Kens Boot, Kens Pferd..."

Sehr amüsant.

Ja, aber als Kind geht einem das natürlich auf die Nerven. Aber was einen nicht umbringt, macht einen härter. Heute bin ich sehr froh um diesen klangvollen Namen, den viele für einen Künstlernamen halten.

(ali/spot)