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Im Laufschritt: Kelly Rohrbach bei den Dreharbeiten zu „Baywatch“.

Im Laufschritt: Kelly Rohrbach bei den Dreharbeiten zu „Baywatch“.
 © Paramount Pictures

Interview

Kelly Rohrbach: „Ich bin wie ein Delfin im Wasser“

Die Kultserie „Baywatch“ hat viele Stars hervorgebracht. Derzeit gibt Badeanzug-Model Kelly Rohrbach im rotfarbenen Einteiler ihr Leinwand-Debüt am Strand von Malibu. Ein Gespräch über deutsche Tugenden und sportlichen Ehrgeiz.

Los Angeles.  Zum Interview erscheint Kelly Rohrbach tatsächlich im roten Badeanzug. Ob sie sich Tipps bei ihrem Ex-Freund, Oscar Preisträger Leonardo DiCaprio, für ihren „Baywatch“-Auftritt geholt hat? Kelly Rohrbachs Gesicht verzieht sich. Nächste Frage ...

Den Laufsteg sind Sie gewöhnt, aber wie nervös waren Sie, als sie das erste Mal vor die Kamera getreten sind?

Ich war mehr aufgeregt als nervös. Ich habe früher schon mal Gastrollen im Fernsehen gehabt. Aber das ist natürlich nicht vergleichbar. Man spürt den immensen Druck, der durch die Erwartungshaltung der Fans aufgebaut wird. „Baywatch“ ist Kult und ich will auf keinen Fall die Leute enttäuschen.

Die Rettungsschwimmer von Malibu sind echte Helden. Wie viel Heldin steckt in Ihnen?

Ich bin fast schon heldenhaft diszipliniert, wenn es um moralische Werte geht. Die setze ich wegen nichts und niemand aufs Spiel. Ich finde, dass das als Frau heutzutage sehr wichtig ist. Man muss Grenzen setzen und diese auch verteidigen, wenn andere versuchen, sie zu durchbrechen. Das ist in unserer Branche leider öfter mal der Fall.

Wenn man im Rampenlicht steht, wie bleibt man da auf dem Teppich?

Das ist einfach. Ich bin mit vier Geschwistern aufgewachsen. Die haben einen immer wieder auf den Teppich geholt, wenn man Gefahr lief abzuheben. Auf der anderen Seite waren Sie immer für mich da, wenn ich in der Schule mal gehänselt wurde. Ich war damals viel zu groß für mein Alter. Zum Glück hat sich das irgendwann normalisiert.

Wie ist Ihre Beziehung zu Ihren Geschwistern heute?

Immer noch sehr eng. Ich lebe sogar mit meiner jüngeren Schwester Brooke in Los Angeles zusammen. Wir machen sehr viel gemeinsam. Wir gehen zusammen wandern, relaxen am Strand oder schauen uns Filme an.

Ist die Familie Ihnen wichtig?

Es gibt nichts Wichtigeres. Meine Mutter Anne ist mein großes Vorbild im Leben. Ohne sie hätte ich es niemals geschafft, mich durchzusetzen. Sie ist mein größter Fan und meine größte Unterstützerin. Ich sehe ihr übrigens sehr ähnlich.

Und ihr Vater Clay?

Dem verdanke ich, dass ich mein Stipendium an der Georgetown-Universität bekommen habe. Wegen meines Talents auf dem Golfplatz. Mein Dad ist ein sehr guter Golfer und ich habe seine Leidenschaft für das Spiel übernommen.

Spielen Sie heute noch regelmäßig?

Leider habe ich nicht oft Zeit, mir sechs Stunden am Tag für 18 Löcher freizunehmen. Aber sobald es möglich ist, stehe ich auf dem Green. Golf hat mich sehr geprägt. Man braucht Athletik und Disziplin, um gut zu sein.

Ihr Nachname Rohrbach klingt nach deutschen Wurzeln.

Ja, die Familie meines Vater stammt aus Deutschland. Das ist allerdings schon ein paar Generationen her. Er hat auch noch ein paar sehr deutsche Eigenschaften. Er ist morgens immer um Punkt 6 Uhr wach, um alle aus dem Bett zu schmeißen.

Freigeschwommen: Die Karriere von Kelly Rohrbach

Sie ist die neue Pamela Anderson – zumindest, was ihre „Baywatch“-Rolle als C. J. Parker auf der Kinoleinwand angeht. Geboren wurde das blonde Model 1990 in Connecticut in den USA. Schlagzeilen machte die mittlerweile 27-Jährige allerdings weniger beruflich, sondern mit ihrer Kurzzeitbeziehung mit Oscar-Preisträger Leonardo DiCaprio. Ein halbes Jahr waren die beiden ein Paar, sogar Verlobungsgerüchte machten bereits die Runde. Grund für die Trennung sollen Terminprobleme gewesen sein.

Kurz nach der Trennung wurde bekannt, dass Kelly Rohrbach die Hauptrolle in der Adaption der Kultserie bekommt. Die Besetzung scheint mehr als passend, startete Rohrbach ihre Karriere doch als Model für die renommierte Zeitschrift „Sports Illustrated“ mit der schon Heidi Klum bekannt wurde. Es folgten kleinere Gastauftritte, unter anderem in den TV-Serien „Two and a Half Men sowie „Rizzoli & Isles“.

Wie haben Sie sich auf Ihre „Baywatch“-Rolle vorbereitet?

Ich habe ein paar Tage am Strand von Santa Monica verbracht und den echten Lifeguards bei der Arbeit zugeschaut. Dann folgte ein knochenhartes Training. Ich habe mit den anderen vor Drehbeginn zwei Monate lang sechs Stunden am Tag hart gearbeitet. Wir hatten Schwimm- und Krafttraining und wurden von Ernährungsberatern betreut.

Sind Sie eine gute Schwimmerin?

Ich bin wie ein Delfin im Wasser. Ich war schon als Kind eine Wasserratte und liebe das Meer. Ich habe mit meinen Geschwistern sogar früher öfter „Baywatch“ am Strand gespielt (lacht). Sie sehen, ich war prädestiniert für die Rolle.

 „Baywatch“ ist Ihr Hollywood-Debüt. Haben Sie Angst, dass Sie den Rest Ihrer Karriere auf die Badenixe reduziert werden könnten?

Darüber mache ich mir echt keine Sorgen. Das wird sich zeigen. Aber vielleicht sollte ich für meine nächsten Rolle darauf bestehen, nur Rollkragenpullover zu tragen (lacht).

Von Dierk Sindermann/RND

Los Angeles