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Katarina Witt: "Ich möchte nicht mehr 20 sein"

Auf dem Eis wurde sie zur Legende, nun startet Katarina Witt (47) auch als Schauspielerin durch. Die frühere Eisprinzessin ist heute als Stalking-Opfer in dem Film "Der Feind in meinem Leben" zu sehen.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht die 47-Jährige über ihre Schauspiel-Pläne, ihr Engagement für Weight Watchers und Schönheits-Operationen.

Nach Kurzauftritten in Filmen wie "Jerry Maguire" oder "Ronin" sind Sie jetzt in Ihrer ersten Hauptrolle zu sehen. Hatten Sie Angst vor den Dreharbeiten?

Angst hatte ich nicht, aber ich hatte genügend Respekt davor. Ich habe mich monatelang auf die Rolle vorbereitet und auch Schauspielunterricht genommen. Ich wollte nicht als Amateurin herausstechen. Ansonsten bin ich einfach ins kalte Wasser gesprungen und habe am Set versucht, zu schwimmen.

Im Film sind Sie auch wieder auf dem Eis zu sehen. Wie lange hatten Sie Ihre Schlittschuhe schon nicht mehr an?

Seit vier Jahren nicht mehr. Ich bin tatsächlich sehr darüber erschrocken, dass im Film auch eine Eis-Szene vorgesehen ist und mich auch ein bisschen geziert. Das ist nicht so wie sich aufs Fahrrad zu setzen und los zu strampeln. Wenn du hier vier Jahre raus bist, dann dauert das ewig, um wieder reinzukommen. Aber ich wollte nichts aus der Konserve holen oder ein Double einsetzen. Also bin ich noch mal für mehrere Monate aufs Eis, um zumindest das zu zeigen, was jetzt im Film zu sehen ist.

Sie heißen auch im Film Katarina Witt. Heißt das, die Zuschauer sehen auch die echte Katarina?

Der Zuschauer bekommt eine Seite von mir zu sehen, die er so nicht von mir kennt. Im täglichen Leben lache ich viel, bin einfach fröhlich. Das sieht man hier nicht. Meine ganze lustige und fröhliche Seite passt auch gar nicht zum Film. Hier präsentiere ich mich nachdenklicher, konzentrierter und ein bisschen ruhiger.

Dann sollten Sie vielleicht mal in einer Komödie spielen?

Aber jetzt warten wir doch erst mal ab, wie es läuft. Ich würde schon sehr gerne mit der Schauspielerei weitermachen wollen. Aber bei Komödien sagt man ja immer, das was am Ende so lustig aussieht, ist eigentlich auch immer mit am schwersten.

Kamen während der Dreharbeiten die Erinnerungen an die Zeit hoch, in der Sie selbst von einem Stalker verfolgt wurden?

Im Vorfeld hatte mal jemand geschrieben, der Film wäre so eine Art Verarbeitung. Das ist natürlich alles Quatsch. Im Film sage ich den Satz: "Zum Glück ist das vorbei." Das spielt natürlich auch auf meine Vergangenheit an. Aber mit dieser Geschichte hier hat das nichts zu tun. Das ist eine rein fiktive Geschichte.

Gehen Sie seitdem anders, vorsichtiger mit Ihren Fans um? Haben Sie da ein Näschen entwickelt?

Auch wenn man ständig im Rampenlicht steht, hat man trotzdem so eine Art Grundvertrauen zum Menschen. Ich denke schon, dass ich da eine Art Antenne habe. Und Stalking betrifft ja nicht nur Prominente. Das ist ein Thema, das im normalen Bereich noch vielmehr verbreitet ist.

Wünschen Sie sich manchmal, nicht prominent zu sein. Nicht ständig angesprochen zu werden?

Ich habe damit überhaupt kein Problem. Wenn du auf der Straße oder sonst wo angesprochen wirst, geschieht das ja meist in einer bewundernden Art und Weise wie: "Ich habe Sie als Eisläuferin gesehen, und ich habe da immer mitgefiebert, oder ich habe Sie gerade gestern in einer Talkshow gesehen, und fand gut, was Sie da gesagt haben." Das ist doch ein schönes Kompliment. Ich habe das noch nie als wirklich störend empfunden. Und wenn das jemand als störend empfindet, dann muss man sich wirklich einen anderen Beruf suchen. Die schönsten Momente sind eigentlich immer, wenn mir jemand gegenüber steht und sagt: "Jetzt sehe ich Sie endlich mal live." Ich sehe mich ja schließlich täglich live (lacht).

Sie sind seit Neuestem Testimonial der Weight Watchers. Sie haben doch keine Figur-Probleme?

Das verwundert schon viele. Ich war jetzt kein Kandidat, der 15 oder 20 Kilo abnehmen musste. Aber es war schon so, dass sich über die Jahre ein paar Kilo zu viel angeschlichen hatten. Das ist sicherlich ein Problem, das viele Frauen in meinem Alter haben. Irgendwann ab 40 spannen die Blusen, und irgendwann kann man es auch nicht mehr auf die Waschmaschine schieben. Ich habe mich für Weight Watchers entschieden, weil sie kein Diät-Programm anbieten, sie stehen für eine gesunde Ernährung und für eine langfristige Ernährungsumstellung. Ich bin komplett gegen Diäten, der Körper braucht doch alles. Der braucht seine Kohlenhydrate, seine Eiweiße und, und, und. Und es hat wirklich funktioniert. Ich habe mir ein dreiviertel Jahr Zeit genommen, und mehrere Kilo abgenommen.

Treiben Sie noch regelmäßig Sport?

Klar, die Stunde Sport, die musst du dir einfach nehmen. Dafür, dass wir Frauen so aussehen, wie wir aussehen, müssen wir hart arbeiten. Ich versuche zu joggen, gehe aufs Fahrrad oder den Crosstrainer. Ich trainiere viel auf Kondition. Ich mache auch Bauchmuskel- oder Rückenmuskel-Übungen. Sport gehört einfach zu mir. Ich merke auch, wenn ich Sport mache, funktioniert mein Kopf einfach besser.

Wünschen Sie sich manchmal, noch einmal 20 zu sein?

Nicht wirklich. Klar, manchmal steht man da und denkt: Mensch, wenn ich jetzt zehn Jahre jünger wäre, würde ich vielleicht nach Asien gehen und da versuchen, etwas Neues aufzubauen. Aber auf der anderen Seite, die Erfahrungen, die man gesammelt hat, will man jetzt nicht mehr missen. Wenn ich jetzt 20 Jahre jünger wäre, dann würde mir das ja alles fehlen. Diese Altersweisheit (lacht). Eigentlich habe ich mich nie wirklich zurück gesehnt. Ich habe eigentlich immer die Zeit sehr genossen, in der ich gerade bin. Ich fühle mich total wohl.

Wie stehen Sie zu Schönheits-Operationen?

Ich finde, man muss dem jetzt nicht komplett abgeneigt sein. Ich finde es allerdings traurig, wenn sich bereits junge Mädels unters Messer legen. Es ist doch schön, in ein Gesicht zu gucken, das einfach Leben hat. Auf der anderen Seite gibt es aber auch immer mehr Möglichkeiten. Schon mit winzigen Eingriffen lassen sich Ergebnisse erzielen. Ich kann viele Frauen verstehen, die da ein bisschen nachhelfen. Aber ich finde man kann mit seinem Lebensstil schon einiges erreichen. Über Ernährung, Sport, gute Pflege und auch Schlaf. Man sieht dann einfach gesünder aus.

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