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Karneval in Berlin: Tanzmariechen Denise (M) im Fokus.

Karneval in Berlin: Tanzmariechen Denise (M) im Fokus. © Paul Zinken

Brauchtum

Karnevalsauftakt ohne Warmschunkeln

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Pünktlich auf die Minute ist um 11.11 Uhr in den rheinischen Hochburgen der närrische Frohsinn ausgebrochen. Wer als außereuropäischer Besucher unversehens hineingeriet, staunte.

Köln/Mainz. Warmschunkeln war diesmal nicht nötig: Bei milden Temperaturen von bis zu 15 Grad hat am Mittwoch die närrische Saison in den rheinischen Karnevalshochburgen begonnen. Das warme Wetter lockte viele Narren zusätzlich auf die Straßen.

"Die Stadt war sehr, sehr früh sehr, sehr voll", sagte eine Sprecherin der Kölner Polizei. Im Übrigen galt: "Es ist der normale Wahnsinn."

Die Chinesin Athena Wu (20), die mit ihrer Familie auf Rundreise in Deutschland ist und dabei mitten in den Kölner Karneval geriet, sagte: "Das ist schon eine sehr spezielle Kultur. Man könnte auch sagen: verrückt. In China kennen wir so etwas nicht."

In Düsseldorf holte Erzschelm Hoppeditz um Punkt 11.11 Uhr vor dem Düsseldorfer Rathaus zum ersten karnevalistischen Rundumschlag der Session aus. Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bot er Asyl an: als Präsident seines darbenden Heimatvereins Fortuna Düsseldorf.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) trat als Narr ans Mikrofon und wies trotz aller Freude auch auf die schwierige Situation der Flüchtlinge hin: "Ja, während wir hier Fahnen schwenken/wollen wir auch an die Menschen denken/die durch den Terror tief geschunden/jetzt hier in Mainz Frieden gefunden." Er betonte, dass Gastfreundschaft in Mainz groß geschrieben werde.

Wegen der milden Temperaturen war auf den Straßen viel nackte Haut zu sehen. Die Kölner "Indianerin" Katharina (20) versicherte aber: "Das Kostüm hätte ich auch bei Kälte angezogen. Das ist Karneval - da muss man halt durch." Im Ganzkörper-Fellkostüm kam man diesmal leicht ins Schwitzen: "Wenn es zu warm wird, dann ziehen wir was aus", sagte "Pinguin" Anna (20).

Aber nicht nur im Rheinland entsprachen die Narren dem Kalender und setzten pünktlich auf die Minute mit dem unvermeidbaren Frohsinn ein. So erstürmten die Karnevalisten in vielen ostdeutschen und bayerischen Städten die Rathäuser - die rheinischen Jecken müssen darauf noch bis Weiberfastnacht warten. In München eröffneten die tanzenden Marktweiber bei strahlendem Sonnenschein die Faschingssaison.

Die Narren müssen sich diesmal mit dem Feiern beeilen. Bereits am 8. Februar ist Rosenmontag und zwei Tage später ist dann am Aschermittwoch bekanntlich alles wieder vorbei.

dpa


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