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Jorge Gonzalez: "Ich bin mehr als der gut gelaunte Catwalk-Trainer mit der tollen Aussprache"

Bekannt wurde Jorge Gonzalez als Laufsteg-Coach in Heidi Klums Modelshow "Germany's next Topmodel" dieses Jahr tauscht er den Catwalk gegen das Jurypult der RTL-Show "Let's Dance".

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät der 45-jährige gebürtige Kubaner wieso er nun "Chicas-Dance" macht, was sich verändert hat, seitdem er in Deutschland lebt und wieso High Heels das ultimative Schuhwerk sind.

Herr Gonzalez, Sie sind das neue Jury-Mitglied von "Let's Dance". Wie kam es dazu?

Ich hatte immer den Traum, mich auch als Tänzer zu versuchen. Schon als Kind habe ich viel getanzt und auch während meines Studiums. In Kuba ist es ohnehin normal, dass man einfach auf der Straße tanzt. Mir hat die Show "Let's Dance" gefallen, deshalb habe ich beschlossen, vom "Chicas-Walk" auf "Chicas-Dance" umzusteigen.

Auf was richten Sie bei den Tanz-Performances Ihr Augenmerk?

Der Laufsteg und das Parkett haben viel gemeinsam. Man benötigt Haltung, Balance und Körpergefühl. Außerdem muss man fokussiert sein und Ausdruck haben, genau wie beim Fotoshooting oder auf dem Laufsteg.

Bekannt geworden sind Sie als Catwalk-Trainer von "Germany's next Topmodel", vermissen Sie die Show?

Natürlich. Ich liebe die Show und die Arbeit mit den Chicas. Das eine hat mit dem anderen aber nichts zu tun, leider konnte ich nicht beide Shows parallel machen. Auch wenn ich mich für "Let's Dance" entschieden habe, bleibt "Germanys's next Topmodel" ein Teil meines Lebens.

Deutschland kennt Sie als gut gelaunten Paradiesvogel. Vor Kurzem ist Ihre Biografie "Hola Chicas! Auf dem Laufsteg meines Lebens" erschienen, in der Sie über Ihre Vergangenheit erzählen und eine ganz andere Seite von sich preisgeben. Welche Erlebnisse haben Ihr Leben besonders geprägt?

Die Leute sollten darin die traurige und spannende Seite von Jorge kennenlernen, aber ich wollte mit meinem Buch auch motivieren. Ich wollte zeigen, dass man seinen Traum verfolgen soll, dass man aber auch etwas dafür tun muss. Zum Beispiel hatte ich als Kind den Wunsch, Kuba zu verlassen, musste aber hart dafür arbeiten. Ich habe sehr viel gelernt, um ein guter Schüler zu sein, um dann an einem der besten Internate Kubas aufgenommen zu werden. Nur so hatte ich eine Chance auf einen Studienplatz im Ausland. Außerdem war es mir wichtig, in meinem Buch die Bedeutung der Familie rüberzubringen. Ich habe meine Mutter bis zu ihrem Tod pflegen können, das hat mich viel Kraft gekostet, war aber auch sehr wertvoll. Ich habe gelernt, mich selbst zu motivieren. Ich wollte zeigen, dass Jorge nicht nur der gut gelaunte Catwalk-Trainer mit der tollen deutschen Aussprache ist.

Was hat sich verändert, seit Sie in Deutschland leben?

In Deutschland habe ich mein inneres Exil gebrochen. Als ich entdeckt habe, dass ich homosexuell bin, habe ich mich in Kuba immer verstecken müssen. In Deutschland habe ich Toleranz und Respekt erfahren. Endlich konnte ich sein, wer ich wirklich bin, ohne diskriminiert zu werden. Das hat mich fasziniert. Seine innere Freiheit gefunden zu haben, ist ein unbeschreibliches Gefühl.

Warum sind High Heels für Sie das ultimative Schuhwerk?

Die High Heels sind meine besten Freunde, sie haben mich immer begleitet. Ich hab immer geschaut, was die Frauen für Schuhe tragen, weil sie mich fasziniert haben. Früher habe ich mit den Schuhen meiner Oma und meiner Mutter geübt, die genau wie meine Schwester und meine Tante viel auf High Heels gelaufen sind. Bei einem Job in der Tschechoslowakei, wo ich studiert habe, habe ich die Schuhe dann per Zufall wiederentdeckt. Das war die Geburtsstunde des "Chicas-Walk". Heutzutage sind High Heels das wichtigste Accessoire einer Frau geworden. Früher hat man teuren Schmuck gekauft, heute kauft man Schuhe, in denen man einfach eine viel bessere Figur macht.

Könnten Sie sich vorstellen, auch bei "Let's Dance" mal als Tänzer in High Heels anzutreten?

Erst mal trete ich als Juror an. Ich werde aber auf jeden Fall tanzen, ich weiß nur noch nicht mit wem. Aber eigentlich muss Jorge doch schon auf seinen High Heels aufs Parkett, oder?!

(jb/spot)