Navigation:

© SpotOn

Musik

"Ischgl - der Ballermann der Berge"

Mickie Krause ist der momentan erfolgreichste Party-Sänger Deutschlands. Ob auf Mallorca oder beim Aprés-Ski versetzen Hits wie "Schatzi, schenk mir ein Foto" und "Nur die Schuhe an" alle Feierwütigen in Ekstase.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht der Sänger über die Eigenheiten von Aprés-Ski-Partys, erzählt von einer Begegnung mit 130 Holländern und erklärt, warum die Skiregionen keine Angst um ihr Image zu haben brauchen.

Wie unterscheiden sich Ihre Auftritte auf Mallorca von denen in bekannten Wintersportorten?

Dort steht das Skifahren im Vordergrund. Der Partykünstler und Aprés Ski sind eher die Zugabe. Auf Mallorca buchen die Touristen ihren Urlaub, um mich oder Jürgen Drews zu sehen. Das ist ein fester Bestandteil. Außerdem sind die Leute schon etwas feierwütiger und ausgelassener als in den Skiorten. Auf Mallorca weiß ich oft nicht, ob sich die Leute, die mich nachts um halb drei gesehen haben, am nächsten Tag noch erinnern, wie der Auftritt war. Der Alkoholpegel ist dort bei weitem nicht so hoch. Nur eine Ausnahme gibt es.

Welche?

Ischgl. Dort geht es mindestens so ausgelassen zu wie beim Ballermann. Ansonsten sieht der Ort aus wie aus einem Märchenbuch. Ich warte die ganze Zeit darauf, dass Heidi und der Alm-Öhi irgendwann die Berge runtergewackelt kommen.

Mit "Schatzi, schenk mir ein Foto" und aktuell "Nur noch Schuhe an" haben Sie zwei extrem erfolgreiche Hits am Start. Geht es dem Rest der Branche ähnlich gut?

Nein, ich bin da zur Zeit leider die Ausnahme. In den letzten sechs bis acht Monaten sind die Auftrittszahlen der Kollegen rückläufig. Bei mir sieht es anders aus, das ist aber vor allem den beiden angesprochenen Hits zu verdanken. Ich hoffe, dass es künftig wieder mehr Ideen gibt. Das ist wichtig, damit Partymusik weiter ein Standing hat. Aber schlecht geht es trotzdem auch meinen Mitstreitern nicht!

Wie entdecken Sie die Vorlagen zu Ihren Titeln?

Ich schaue natürlich, was in Holland und Österreich erfolgreich ist und orientiere mich daran. Und ich feiere gerne selbst. 'Schatzi schenk mir ein Foto' habe ich 2010 auf einem Schützenfest gehört. Da haben 300 Schützenbrüder plötzlich einen Stuhl in die Hand genommen und damit getanzt. Da wusste ich, dass der Song das Zeug zum Hit hat. Ich habe dann am selben Abend noch Kontakt zu den Plattenfirmen aufgenommen.

Muss sich ein Ballermann-Hit von einem Aprés-Ski-Hit unterscheiden?

Nein. Ballermann funktioniert auch im Winter. Der einzige Song, bei dem es umgekehrt gelaufen ist, war 'Anton aus Tirol'. Der kam vom Aprés Ski nach Mallorca.

Traditionell sind in den Skiorten auch sehr viele Holländer unterwegs. Wie kommt Ihr Lied "Orange trägt nur die Müllabfuhr" bei denen an?

Ich bin vor vielen Jahren mal in einem Klub vor 150 Leute aufgetreten. 130 davon waren Holländer. Sagen wir so: Ich würde es nicht mehr machen. Solange aber mehr Deutsche und Österreicher unter den Zuschauern sind, ist es kein Problem.

Können Sie nachvollziehen, dass manche Kritiker die "Verballermanisierung" bestimmter Skiregionen beklagen?

Nein, es ist doch nichts Verwerfliches, wenn man Freude am Feiern hat und vormittags um 10 Uhr 'Zehn nackte Friseusen' singt. Es ist ja auch nicht so, als wären die Leute immer sternhagelvoll. Ich wüsste nicht, warum es schlecht sein soll, wenn man etwa Ischgl als 'Ballermann der Berge' bezeichnet.

SpotOn