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Digital

Internet wird zur Magerfalle

Die Models auf dem Laufsteg machen es vor, die Jugend eifert nach. Immer dünner wollen die jungen Mädchen sein, jedes gesunde Kilo Hüftspeck wird als Feind angesehen.

Welche Auswirkungen das haben kann, zeigt nicht nur die tragische Geschichte des brasilianischen Models Ana Carolina Reston, deren Magersucht sie 2006 im Alter von gerade einmal 21 Jahren das Leben kostete. Erst kürzlich veröffentlichte auch Liliana Matthäus (25) ein beängstigendes Foto auf Twitter und bewies damit einmal mehr, wie schnell das Internet zur Magerfalle werden kann.

Auf unzähligen Blogs finden sich Gleichgesinnte, man kann reden, fühlt sich verstanden. "Ich hatte endlich Leute gefunden, mit denen ich mich über das austauschen konnte, was mich wirklich bewegte", zitiert die "Bild am Sonntag" ein heute 18-Jähriges Mädchen. Dass diese Online-Tagebücher eine Gefahr sind, sehen die meisten nicht. Stolz werden Abnehmerfolge veröffentlicht, jedes Kilo weniger ist eine Genugtuung. "Dort traf ich auf Verständnis, es zog mich an wie ein Magnet".

Experten warnen vor derartigen Foren. Eine Beauftragte des Internetdienstes "jugendschutz.net", der Online-Inhalte auf ihre Gefährlichkeit prüft erklärt der "BamS": "Die Magersucht wird dort als Lebensideal dargestellt und Ess-Störungen werden verharmlost. Es entsteht ein lebensgefährliches 'Wir -Gefühl', das gerade psychisch Kranke von Therapien abhält".

(jb/spot)