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Boulevard „Ich will einfach nur ernst genommen werden“: Cyndi Lauper wird 65
Menschen Boulevard „Ich will einfach nur ernst genommen werden“: Cyndi Lauper wird 65
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09:28 14.06.2018
Cindy Lauper Quelle: dpa
New York

Songs wie „Girls just want to have fun“, „Time after time“ oder „True colors“ wurden zu Welthits - am meisten aber bedeutet Cyndi Lauper der Erfolg ihres Broadway-Musicals „Kinky Boots“ etwas. „Du kannst alle Preise der Welt haben, aber ich habe die Auszeichnung für das beste Musical bekommen und das bedeutet mir alles“, sagte die Musikerin, die am Mittwoch (20.6.) 65 Jahre alt wird, jüngst dem britischen „Telegraph“.

„Mein ganzes Leben lang hat meine Plattenfirma zu mir gesagt: "Du bist Cyndi Lauper, du kannst nicht solche Songs schreiben." Sie wollten, dass ich immer und immer wieder "Girls just want to have fun" schreibe. Ich wollte das nicht.“

Das Musical „Kinky Boots“, das in Deutschland in Hamburg läuft, erzählt davon, wie der Erbe einer Schuhfabrik diese vor dem Ruin rettet, indem er sexy Stiefel für Dragqueens und Travestiekünstler herstellt. Seit 2013 läuft es erfolgreich in New York und wird auch weltweit aufgeführt. „Das war Freiheit“, sagt Lauper. „Es war eine Möglichkeit, mal nicht ich selbst zu sein, und einfach nur Songs zu schreiben.“

Lauper ist ein Energiebündel, tanzte schon in den 80er Jahren durch MTV-Videos und versuchte sich neben der Musik als Schauspielerin, Wrestling-Managerin und Aktivistin für Rechte von Schwulen und Lesben. Mehr als 50 Millionen Alben hat Lauper verkauft, allein ihr Debüt-Album „She's so unusual“ von 1983 mit Hits wie „Girls just want to have fun“ und „Time after time“ verkaufte sich weltweit mehr als 16 Millionen Mal. 2016 brachte sie ihr bislang letztes Album „Detour“ auf den Markt und tourt seitdem wieder durch die Welt. Bis September sind Konzerte in Kanada und den USA angekündigt.

Geboren wurde Lauper im New Yorker Stadtteil Queens. Schon mit fünf Jahren begeisterte sie sich für Musik: Zum Sound der Musical-Platten ihrer Mutter tanzte sie durch die Wohnung, mit zwölf lernte sie von ihrer Schwester Gitarre spielen. Im gleichen Alter begann sie, sich die Haare zu färben und extravagante Kleidung zu tragen.

Ihre italienischstämmige Mutter trennte sich früh vom Vater mit Deutschschweizer Wurzeln. Die Situation ihrer Mutter, die als Kellnerin arbeitete, um ihre drei Kinder durchzubringen, bedrückte die jugendliche Cyndi. Sie floh in die Weiten der Musik, hörte Künstler wie Judy Garland, Billie Holiday, Ella Fitzgerald und die Beatles. Als junge Frau versuchte sie sich über die Jahre in verschiedenen Coverbands und sang Lieder von Jefferson Airplane, Led Zeppelin und Bad Company.

Bis heute präsentiert sich Lauper in ausgefallenen Verkleidungen auf der Bühne, die Haare sind derzeit pink gefärbt. „Ich musste auf der ganzen Welt auftreten ohne Band, also habe ich mir Requisiten mitgenommen und Performance-Kunst daraus gemacht. Ich bin keine gute Tänzerin und wollte nicht einfach nur herumstehen wie ein Idiot bei Solos. Also habe ich meine Beine live im Fernsehen mit Farbe besprüht, das fanden die Leute zum Schreien.“ Trotz allem ging es Lauper immer um ernsthafte Anerkennung - als Musikerin und als Frau - die sie lange nicht bekam. „Mein Ärger darüber hat mich angetrieben. Ich will einfach nur ernst genommen werden.“

Ruhe findet Lauper zu Hause. Seit 1991 ist sie mit dem gleichaltrigen Schauspieler David Thornton verheiratet, das Paar hat einen Sohn. „Mein Mann ist sehr lustig“, sagt Lauper.

Auch nach mehr als 40 Karrierejahren denkt Lauper nicht ans Aufhören - sieht das aber auch selbstironisch. „Man sagt, dass nach einem Atomkrieg nur noch Kakerlaken und Cher übrig bleiben würden. Und ich wäre dann wahrscheinlich die Vorband von Cher.“

Von Christina Horsten, dpa