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Interview

Hollywood-Star Noomi Rapace: „Jetzt lasse ich mich richtig durchschütteln“

Nach der „Millennium“-Trilogie wurde es ruhig um Noomi Rapace. Bis jetzt.

Hamburg.  Einem internationalen Kinopublikum wurde die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace durch ihre Rolle der Lisbeth Salander in der „Millennium“-Trilogie (2009/10) nach Stieg Larsson bekannt. Im Interview mit dem Lufthansa Magazin (September-Ausgabe) spricht die 37-Jährige über Verliebtheit, Mut und ihr neues Londoner Zuhause.

Zehn Jahre war Noomi mit dem Schauspieler Ola Rapace verheiratet, mit dem sie einen Sohn hat. 2011 trennte sich das Paar. Doch momentan schwebt die Schauspielerin auf Wolke sieben, wie sie im Interview verrät. „Ich habe mich verliebt, und ich habe es angenommen.“ In der Vergangenheit hatte Noomi Rapace damit Schwierigkeiten: „Sonst bleibe ich immer auf der sicheren Seite und kontrolliere alles“, erklärt sie, „ich war immer der stärkere Teil in einer Beziehung. Der Mann muss besessen von mir sein, und ich bin der Boss. Ich bin nie das Risiko eingegangen, verlassen zu werden. Aber jetzt sage ich: F*** it! Ich will nicht die sein, die immer die sichere Karte ausgespielt hat. Das ist Vergangenheit!“

Woher sie den Mut hat, ihr Herz zu öffnen? „Ich hatte diese Vision von mir als alter Frau. Und ich möchte nicht auf mein Leben zurückblicken mit dem Gefühl, etwas verpasst zu haben, weil ich immer nur die knallharte Rebellin war. Das wirkt unkonventionell, aber man kann sich sehr bequem in dieser Rolle einrichten. Ich will diese Art von Kontrolle nicht mehr, auch wenn mir jemand wehtut. Das gehört zum Leben. Und jetzt lasse ich mich richtig durchschütteln.“

Noomi Rapace hat jahrelang aus dem Koffer gelebt, jetzt hat sie sich in London niedergelassen. Wie sich das anfühlt? „Großartig! Ich habe ein altes Lagerhaus gekauft, früher war es eine Schmiede. Ein großes Industriegebäude mit Glasdach, eine wunderschöne, sehr helle Kombination aus alten Ziegelsteinen und Glas“, schwärmt Rapace. „Für mich fühlt es sich an wie meine eigene, persönliche Kirche. Es heilt etwas in mir. Viele Freunde gehen dort ein und aus, einige haben einen eigenen Schlüssel. Eigentlich ist es also gar nicht mein Haus. Es gehört den Menschen, die ich liebe.“ Ihr Leben als Vagabundin hat Rapace ihrem Sohn zuliebe aufgegeben. „Für ihn soll es ein sicherer Anker in seinem Leben sein. Ich möchte noch meine Enkel hier aufwachsen sehen“, sagt sie.

Von Territory