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Kronprinzessin Mary von Dänemark riecht an einem Blumenstrauß, neben ihr Kronprinz Frederik (l). Foto: Axel Heimken

Kronprinzessin Mary von Dänemark riecht an einem Blumenstrauß, neben ihr Kronprinz Frederik (l). Foto: Axel Heimken

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Herzlicher Empfang für dänisches Kronprinzenpaar

Sportliches Programm für das Kronprinzenpaar: Dänemarks Thronfolger Frederik und Prinzessin Mary schütteln Hände, schleppen Blumengeschenke, bücken sich zu Kindern herunter, halten Reden, essen, lauschen Vorträgen und Musik und kurzzeitig muss Mary sogar als Küchenhilfe herhalten.

Hamburg. Den Gang über den roten Teppich ins Rathaus beherrschen sie ebenso gut wie ihre Rolle als charmante Türöffner für die dänische Wirtschaft. Denn im Schlepptau haben sie bei ihrem dreitägigen Arbeitsbesuch in Hamburg und München 75 Unternehmer, vom Medizintechnik-Hersteller über den Ferienhausanbieter bis zum Architektenbüro.

Hamburg, Dienstagmorgen: Einige wenige Schaulustige haben sich vor der Absperrung am Rathaus eingefunden, manchmal nieselt es, die Stimmung ist hanseatisch-reserviert. Da muss die Tourismusagentur "Visit Denmark" etwas nachhelfen. Die 28-jährige Praktikantin Gitte Hansen verteilt dänische Fähnchen an die Schaulustigen.

Der Tourismusverband "Destination Sønderjylland" präsentiert vor dem Rathaus eine südjütländische Kaffeetafel und gibt Zimtkuchen aus. Die Kuchentradition gehe auf die Zeit nach dem Deutsch-Dänischen Krieg (1864) zurück, als Preußen dänisch gesinnte Versammlungen in Nordschleswig verboten hatte, erklärt Projektkoordinatorin Sofie Andersen. Weil die Versammlungshäuser keine Alkohollizenz bekamen, wurde die Kaffeetafel Teil der nationalen Identität.

Als die schwarzen Limousinen am Rathaus vorfahren, bricht die Sonne durch und Jubel brandet auf. Die 43-jährige Mary in schwarzen, spitzen Pumps, schwarzer Hose, cremefarbenen Shirt und Jacke. Triathlet Frederik, 46, im dunkelblauen Anzug, hellblaues Hemd, dunkelblaue Krawatte mit schmalen beigen Streifen.

Als sich Mary zu einigen Kita-Kindern mit Dänemark-Fähnchen herabbeugt, zieht am Rathausmarkt gerade ein Demonstrationszug vorbei. Erzieherinnen fordern lautstark mehr Lohn.

Im Rathaus werden die Geschenke ausgetauscht. Die "Royals" bekommen eine silberne Schreibtisch-Schatulle, natürlich mit Hamburgs Wappen. Im Gegenzug überreicht das Paar eine Thermoskanne in dänischem Design und ein Porträtbild des Paares, handsigniert. Mange Tak - so würde man auf Dänisch "vielen Dank" sagen.

Jetzt fängt die Arbeit richtig an, Prinz Frederik eröffnet das Programm der Wirtschaftsdelegation. Dabei streift er ein für Hamburg sehr wichtiges Thema nur: Die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024. Als dänisches IOC-Mitglied darf er sich nicht allzu parteiisch äußern. Er verfolge die Bewerbung Hamburgs mit Interesse, sagt er vieldeutig.

Der Chef des dänischen Industrieverbandes, Karsten Dybvad, lobt die Handelsbeziehungen und setzt Hoffnungen auf die geplante Fehmarnbelt-Querung. Dänemarks Märchenerzähler Hans Christian Andersen (1805-1875/"Die kleine Meerjungfrau") sei in seinem Leben 41 Mal nach Hamburg gereist und habe für jede Wegstrecke jeweils zwei Tage gebraucht. "Ich bin sicher, Hans-Christian Andersen hätte die Fehmarnbelt-Querung geliebt", sagt Dybvad.

Ein Schwerpunkt des Wirtschaftstreffens ist die Nahrungsmittel- Industrie, Dänemarks größte Exportbranche. Zwischen dänischem Ursalz und Schweinefleischspezialitäten geben die Köche Thorsten Schmidt und Jens Rittmeyer beim "Show Cooking" einen Einblick in die neue nordische Küche.

Das Geheimnis der "New Nordic Cuisine"? Regionale Zutaten, die die Köche oft selbst sammeln oder anbauen. Thorsten Schmidt, Koch aus Deutschland und seit Jahrzehnten in Dänemark aktiv, bereitet mit Hilfe der Prinzessin einen Apfelsalat vor. Den Apfel in eine dünne Schlange schneiden, aufrollen, zu Nudelartigen Bändern zerschneiden. Dazu Dill, Nüsse und Mini-Römersalat. Als Dressing empfiehlt Schmidt "Mormor" aus Sahne, Zitronensaft und Zucker. Am Ende Applaus für die royale Küchenhilfe. Am Mittwoch steht für das Paar noch einmal Hamburg auf dem Programm, dann geht es weiter nach München.

dpa


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