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Heide Keller: "Ich will in Harmonie mit den Menschen sein!"

Sie hat den Globus mehrmals umrundet. Als festes Crew-Mitglied des ZDF-Traumschiffs hat Heide Keller (71) so ziemlich alles an Exotik erlebt auf der Welt. Da war der Pilcher-Drehort zu "Die Frau auf der Klippe" (Sonntag, 31.03.13 um 20.15 Uhr) im englischen Cronwall eine willkommene europäische Abwechslung.

Privat mag es die Schauspielerin nämlich lieber etwas europäischer, wie sie der Nachrichtenagentur spot on news verriet.

Wie gefällt es einer Weltenbummlerin in solch wenig exotischen Orten wie Cornwall zu drehen?

Ich finde, der Ort hatte eine ganz besonders charmante Atmosphäre und ich war gerne dort. Auch wenn ich mir dort keine Ferienwohnung kaufen würde. Privat würde ich immer Frankreich oder Italien als Urlaubsziel bevorzugen.

Gibt's überhaupt noch weiße Flecken auf dem Globus der Traumschiff-Hostess?

Alaska und der Nordpol fehlen mir noch. Ansonsten habe ich so ziemlich alles gesehen. Ich habe in der Südsee gebadet, habe mir im Gletscherbach den Hintern abgefroren, bin auf Kamelen durch die Wüste geritten und habe im Dschungel Papayas vom Baum gepflückt. Ein Riesenprivileg, ich möchte nichts davon missen.

Abenteurerblut?

Das war mal, mein Blut ist sanfter geworden. Je älter ich werde, desto mehr schätze ich es, mich in der Zivilisation zu bewegen. Ich muss heute nicht mehr in den Tropen schwitzen um Spaß zu haben, mir reicht der europäische Sommer.

Noch andere altersbedingte Veränderungen?

Mit viel Phantasie lässt sich vielleicht etwas mehr Gelassenheit feststellen. Aber eigentlich kann ich mich immer noch genauso aufregen und aus der Rolle fahren, wie früher. Ich bin vielleicht ein bisschen ruhiger, aber leider nicht milder.

Trotzdem haben Sie ihren Ruhm dem aufopfernden und fürsorglichen Charakter der Traumschiff-Hostess Beatrice zu danken.

Dabei hat das Rollen-Etikett nichts mit mir zu tun. Ich sage immer: Die echte Chefhostess ist von Herzen gütig, ich spiele das nur. Ich bin zwar durchaus hilfsbereit wenn mich meine Freunde brauchen, aber ich habe nicht die Engelsgeduld dieser grundguten Beatrice.

Dabei kommen solche Frauen bei Männern aber gut an.

Dann müssen diese Männer sich aber andere Frauen suchen als mich. Ich habe schon in frühen Jahren gelernt meinem Vater zu widersprechen. Noch bevor es das Wort überhaupt gab, bin ich emanzipiert auf die Welt gekommen.

Wie gefällt Ihnen die Adele, die Sie in der Pilcher-Verfilmung "Die Frau auf der Klippe" geben?

Die Rolle hat mir sehr gefallen. Eine toughe, starke Frau, die erst alle drangsaliert und dann vor Eifersucht ins Wanken gerät. Fand ich sehr spannend, weil es zeigt, dass auch die stärkste Frau nicht vor derlei Gefühlen gefeit ist.

Wann gerät Heide Keller ins Wanken?

Ich habe unlängst einen Verrat an Freundschaft erlebt, da bin ich in mir zusammen gebrochen. Außerdem reagiere ich auf Ungerechtigkeiten oft sehr emotional. Wenn mich zum Beispiel ein Nachbar im Haus beleidigen würde, dann kann es passieren, das ich mir das so zu Herzen nehme, dass ich ausziehe.

Ganz schön dünnhäutig.

Ich weiß, das glaubt man nicht auf den ersten Blick, aber in meiner Brust schlagen zwei Herzen. Ein zartes und ein hartes. Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die nicht eifersüchtig sind. Bei mir war das früher so schlimm, dass ich meinem ersten Mann mal vor Eifersucht auf dem Autodach rumgetrampelt bin.

Gibt's aktuelle Verehrer?

Ab und zu gibt's mal einen, der sich nicht abschrecken lässt. Aber dennoch hat es schon lange keiner mehr bis in meine Wohnung geschafft.

Was machen Sie in einsamen Momenten?

Es gibt ein paar wenige echt gute Freunde, an die ich mich wenden könnte. Aber ich finde, je besser die Freunde, desto weniger sollte man sie mit seinem Müll belasten. Ich komme ganz gut mit mir selber klar, auch wenn ich mich nicht jeden Tag gleichwohl fühle.

Was sagt der Arzt?

Kondition passt. Ich habe kürzlich einen Rundum-Checkup gemacht und mich gewundert, dass da gar nichts gefunden wurde. Mein Bruder meinte dazu nur: Schön blöd, gesund zu sterben!

Sie wären prädestiniert für eine Seebestattung.

Ich kann gar nicht an so was denken. Da wird's mir Angst und Bange. Ich kann nur hoffen, dass ich noch viel Zeit vor mir habe. Und bis dahin lebe ich nach dem rheinischen Leitspruch: Es ist wie es ist, es kommt wie es kommt und bisher ist es noch immer gut gegangen.

Als was wollen Sie in Erinnerung bleiben?

Als eine, die bitte und danke sagen konnte. Das war das Argument warum man mich unlängst auf dem Traumschiff zur nettesten Kollegin gewählt hat. Das hat mich zutiefst berührt. Ich will in Harmonie mit den Menschen sein - in Liebe und in Güte.

(ali/spot)