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„Ich gestehe mir ein, wenn ich unglücklich mit einem Partner bin“: Halle Berry über das Singledasein.

„Ich gestehe mir ein, wenn ich unglücklich mit einem Partner bin“: Halle Berry über das Singledasein.
© picture alliance / newscom

Interview

Halle Berrys Schönheitstipp: „Jeden Abend ein Glas Wein“

Halle Berry hat einen neuen Freund – über den mag sie aber nicht reden. Umso lieber über ihre Kinder und wie schwer es für sie ist, zu begreifen, dass sie 51 Jahre alt ist.

London. Beim Interview will Halle Berry (51) nicht darüber reden, dass es einen neuen Mann in ihrem Leben gibt. Er heißt Alex da Kid (35) und ist erfolgreicher Musikproduzent. Aber sie hat ihn zur Premiere ihres neuen Films „Kingsman – The Golden Circle“ mitgebracht.

Sie sehen wirklich nicht wie 51 Jahre aus.

Sie sollten mal Ihre Brille prüfen lassen.

Wie halten Sie sich jung?

Ich trinke jeden Abend ein Glas Wein – das hilft. Ich denke, ich habe von meinen Eltern sehr gute Gene mitbekommen und lebe sehr gesund. Ich habe niemals Drogen oder Alkohol missbraucht, nie geraucht. Für mich als Diabetikerin war es seit meiner Kindheit wichtig, dass ich mich körperlich fit halte und das Richtige esse. Somit ist das eine sehr positiv Nebenwirkung meiner Krankheit.

Können Sie selbst glauben, dass Sie in den 50ern sind?

Es ist schwer für mich zu begreifen. Ich fühle mich überhaupt nicht so. Ich weiß allerdings, dass ich heute viel weiser, viel geduldiger und viel selbstsicherer bin.

Im Film werden sie auf unsexy gestylt ...

So stellt man sich wohl eine Frau vor, die eine Menge von Technologie versteht.

Tun Sie’s im wahren Leben?

Da hat mich noch nie jemand mit einem Computernerd verwechselt. Aber ich versuche, mit der fortschreitenden Technik mitzuhalten. Ich habe zwei Kinder und wenn ich das nicht tue, kann ich nicht mehr Teil ihrer Welt sein. Ich will mit ihnen kommunizieren. Was unmöglich ist, wenn sie mir Lichtjahre voraus sind mit Chatten, Texten und so.

Lernen Sie von Ihren Kindern?

Und ob! Wenn ich etwas wissen will, frage ich meine neunjährige Tochter Nahla.

Sie sind Weltstar, Oscar-Gewinnerin und seit Jahrzehnten gefragt in Hollywood. Gab es auch mal Karriereknicks?

Als farbige Frau hat man es in puncto Karriere immer schwer. Besonders am Anfang war es so. Ich habe mich oft allein gefühlt und musste mir meine Nischen suchen. Heute ist das nicht mehr so krass, aber immer noch nicht leicht. Ich will hier nicht rumjammern. Ich bin seit 25 Jahren dabei.

Fühlen Sie, dass Sie anderen schwarzen Frauen den Weg geebnet haben?

Ich glaube, ich habe meinen Teil dazu beigetragen. Natürlich kamen andere vor mir, wie Diana Ross oder Lena Horne.

Wenn man berühmt ist, wird viel über einen geschrieben. Was ist das Schlimmste, was Sie über sich gelesen haben?

Dass ich verrückt bin. Nur weil ich nicht verheiratet bin oder ich keinen Mann halten kann, ist doch nicht etwas daneben bei mir im Kopf. Ich gestehe mir ein, wenn ich unglücklich mit einem Partner bin. Ich ziehe lieber einen Schlussstrich, als dass ich 20 Jahre mit jemandem zusammenbleibe, der mich in Depressionen treibt. Ich finde das nicht crazy!

Sie haben zwei Kinder, drei Filme dieses Jahr in den Kinos und setzen sich für ein halbes Dutzend Wohltätigkeitsorganisationen ein – wie kriegen Sie das alles unter einen Hut?

Man tut, was man tun muss. Bis ich 40 war, stand die Schauspielerei an erster Stelle. Doch in den letzten zehn Jahren hatten Mutterrolle und Privatleben oberste Priorität. Deshalb habe ich meine Karriere für eine Weile auf Eis gelegt. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass ich wieder die Gelegenheit habe, vor der Kamera zu stehen.

Nehmen Sie Ihre Kinder mit zum Set?

Ja, aber sie sind nicht durchgehend am Set. Nahla hat ja Schule und Maceo wird jetzt vier Jahre alt und geht in den Kindergarten. Wenn sie frei haben, sind sie bei mir, sonst sind sie bei ihren Vätern. Wir finden es sehr wichtig, dass sie Zeit mit beiden Elternteilen verbringen – ohne dass sie zu menschlichen Jojos werden.

Was hat sich für Sie am meisten verändert?

Wie ich Erfolg für mich definiere. Als ich jünger war, hieß Erfolg für mich eine Karriere zu haben. Das hat mich erfüllt und begeistert. Heute messe ich Erfolg daran, wie gut ich als Mutter bin. Wenn meine Kinder eines Tages erwachsen sind und sagen „Wow Mama, du warst eine großartige Mutter, weil du uns gelehrt hast, unabhängig, gütig, liebevoll und frei zu sein“, dann schätze ich mich glücklich.

Von Dierk Sindermann/RND


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