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Guardiola und der FC Hollywood

"Strahlkraft bis ins Strandcafe" - so überschrieb die in München erscheinende "Süddeutsche Zeitung" ein Porträt über die charismatische spanische Neuverpflichtung des FC Bayern.

Als am späten Mittwochnachmittag bekannt wurde, dass Pep Guardiola (41) noch 2013 nach München kommt, ging die Nachricht wie ein Lauffeuer durch die Stadt, ach was, durch ganz Deutschland. Und weil mehr Bewunderung als Neid vorherrschte, waren sich diesmal (fast) alle einig: Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört. Glamour und Kompetenz. Der FC Hollywood und der attraktivste und erfolgreichste Fußballtrainer der Welt. "Passt scho", pflegen eingefleischte Bayern über so eine Power-Paarung zu sagen.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Josep Guardiola i Sala, genannt Pep, ist alles andere als ein Showtyp. Im Gegenteil: Er gilt als feinfühlig und sensibel. In der Branche der brüllenden Egozentrik und groben (Nach)Tritte hat er für sich die Aura der respektvollen Zurückhaltung reserviert. Das macht - neben seinen grandiosen sportlichen Erfolgen - seine Einzigartigkeit aus. Er wird nie laut und hat dennoch die Autorität eines Edelmanns, ein Latino ohne Eitelkeit und überschwängliche Gestik. Caballero statt Macho.

"El Filosofo" haben sie ihn in Barcelona genannt, den Philosophen, weil er stets die leisen Töne statt der Schlachtgesänge anstimmt. Und wenn er am Spielfeldrand vor der Bank steht, erlebt das Publikum keine Ausraster und Selbstbeweihräucherungen, sondern einen beherrschten, eleganten und jugendlich wirkenden Gentleman im Maßanzug, zu dem er bisweilen einen dunkelgrauen Kaschmirpullover trägt.

So einer ist kein "Feierbiest" wie sein Vorvorgänger Louis van Gaal, und trotzdem strahlt er ungleich mehr Glamour aus. Er ist gleichermaßen intelligent und ehrgeizig; bevor er Profifußballer wurde, hatte er einige Semester Jura studiert. Er spricht fließend Englisch, und wenn er sagt, dass er die deutsche Sprache lernen möchte, kann man davon ausgehen, dass er sich bei Dienstantritt einigermaßen in Deutsch artikulieren kann - und nicht wie Giovanni Trappatoni radebrecht: "Ich habe fertig."

Pep Guardiola liebt die Songs der englischen Band Coldplay, und es heißt, er habe seine Jungs vom FC Barcelona vor dem Champions League-Finale 2009 gegen Manchester United mit dem Coldplay-Lied "Viva la Vida" eingestimmt. Das Match hat er 2:0 gewonnen.

Pep ist mit der schönen Cristina Serra verheiratet. Er hat sie mit 18 im Bekleidungsgeschäft ihrer Eltern kennengelehrt, seitdem sind die beiden zusammen. Das Paar hat drei Kinder: Marius (11), Maria (9) und Valentina (4). Die Familie wird mit nach Bayern ziehen. Und weil Pep außer Lesen das Hobby Segeln hat, könnten sich die Guardiolas an einem der wunderschönen oberbayrischen Seen niederlassen und wohlfühlen. Uli Hoeneß wird es schon richten.

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