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Googles Autovervollständigung: "Du allein kannst mich versteh'n"

Die "Autocompletefunction" von Suchmaschinen-Gigant Google sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Ärger. Unter anderem klagte die ehemalige First-Lady Bettina Wulff gegen den Konzern, um zu verhindern, dass beim Eintippen ihres Namens durch die Autovervollständigung Begriffe wie "Escort", "Artemis" oder "Rotlicht" erscheinen.

Seit Jahren kursieren diese Gerüchte im Internet, wahr sind sie nicht. So schmerzhaft und ärgerlich die Vorschläge von Google für Prominente manchmal sein mögen, so witzig oder skurril können sie in anderen Fällen wirken. Die Nachrichtenagentur spot on news zeigt einige schräge Beiträge.

Günter Netzer "Glatze"

Einst war Fußballprofi Günter Netzer (68) für seine wallende Mähne berühmt. Vorbei: Seit sich Netzer bei einem Werbespot für ein Telekommunikationsunternehmen "oben ohne" zeigte, erhält man bei Google als erstes Schlagwort "Glatze", wenn man den Namen des Weltmeisters von 1974 eingibt.

Dagmar Berghoff "Hand"

Sie ist wohl noch immer die berühmteste Nachrichtensprecherin Deutschlands, obwohl sie längst im Ruhestand ist: Dagmar Berghoff (70). Doch wer glaubt, Google würde einem eventuell "Tagesschau" als erstes Schlagwort vorschlagen, der irrt. Stattdessen wird Berghoffs Name mit "Hand" vervollständigt. Hintergrund: Der Nachrichten-Lady fehlen von Geburt an zwei Finger - was sie über Jahrzehnte im Fernsehen geschickt verbarg.

David Hasselhoff "Du"

David Hasselhoff ist ja für allerhand Skurrilitäten bekannt: Die Kultserie "Knight Rider", die Mauer-Hymne "Looking for Freedom" oder ein nicht schmeichelhaftes Video, das Hasselhoff sichtlich angeschlagen bei dem unappetitlichen Versuch zeigt, einen Burger vom Fußboden seines Badezimmers zu essen. Seit kurzem ist er außerdem hauptberuflicher Twitter-Profi. Deshalb ist es auf den ersten Blick verwunderlich, dass einem Google "Du" als ersten Vorschlag präsentiert. Doch dahinter verbirgt sich wahrhaft Schauerliches:

"Du" ist ein Song aus dem Jahr 1994, der sich immerhin 43 Wochen in den deutschen Charts hielt. Darin singt Hasselhoff auf Deutsch Textzeilen wie: "Du bist alles, was ich habe auf der Welt, Du bist alles, was ich will. Du, Du allein kannst mich versteh'n, Du, Du darfst nie mehr von mir geh'n." Im dazugehörigen Video flaniert Mr. Knight im weißen Leinen-Gewand am Strand (Baywatch?) entlang. Schwer zu sagen, ob es Hasselhoff im Jahr 2013 nicht doch lieber wäre, wenn das Burger-Video an erster Stelle bei Google auftauchen würde. "Du" toppt tatsächlich alles.

Karl Lagerfeld "Jogginghose"

"Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren", sagte der deutsche Mode-Designer Karl Lagerfeld 2012 in der Talkshow von Markus Lanz. Die Moral von der Geschichte: Wer anderen vorschreiben möchte, was sie anzuziehen haben, wird dafür von der Netz-Gemeinde bestraft. Dass sein klangvoller Name im Internet nun ausgerechnet mit dem von ihm verhassten Kleidungsstück in Verbindung gebracht wird, dürfte Lagerfeld jedenfalls überhaupt nicht gefallen.

Hape Kerkeling "Hurz"

Die jüngeren Leser kennen Hape Kerkeling (48) vermutlich hauptsächlich als kauzigen Lokaljournalisten Horst Schlämmer. Der Klassiker im Internet ist allerdings noch immer sein Auftritt als polnischer Opernsänger von 1991. Mit schwarzer Perücke und Vollbart gab Kerkeling damals ein expressives Stück zum Besten, das aus wenigen Satzfragmenten bestand: "Der Wolf. Das Lamm. Auf der grünen Wiese. Das Lamm schreit: Hurz!" Das Publikum lauschte mit versteinerter Miene und führte im Anschluss mit tödlichem Ernst eine Diskussion über den intellektuellen Gehalt des Stückes.

Sarah Connor "Nationalhymne"

Wie ein Fußball-Profi, der freistehend aus einem Meter das leere Tor verfehlt, wird sich Sängerin Sarah Connor ihr Leben lang mit diesem einen Patzer konfrontiert sehen. Beim Eröffnungsspiel der Münchner Allianz Arena 2005 trat der FC Bayern München gegen die deutsche Nationalmannschaft an. Connor gebührte die Ehre, zu diesem Anlass die Nationalhymne vorzutragen. Doch statt "Blüh' im Glanze dieses Glückes" sang die damals 24-Jährige "Brüh' im Lichte dieses Glückes..." Aufregung? Unwissenheit? In jedem Fall: peinlich. Und das Internet verzeiht leider gar nichts.

(mih/spot)