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Boulevard Freund der Beatles: Klaus Voormann wird 75
Menschen Boulevard Freund der Beatles: Klaus Voormann wird 75
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00:10 29.04.2013
Klaus Voormann feiert seinen 75. Geburtstag. Foto: Victoria Bonn-Meuser
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Starnberg

Als Musiker tritt der gebürtige Berliner heute nur noch selten auf, etwa 2002 beim Gedenkkonzert für George Harrison in London. Sein grafisches Lebenswerk dagegen wächst: Immer wieder werde er gefragt, ob er ein Plattencover oder Poster zeichnen könne, erzählt Voormann im Gespräch mit der dpa. So schuf er jüngst ein Plakat für Woody Allens Jazzband.

Seinen Geburtstag verbringt Voormann mit seiner Familie auf Teneriffa - für ihn ein Ort mit Geschichte. Dort feierte er vor 50 Jahren im Haus seiner Eltern seinen 25. Geburtstag, gemeinsam mit George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und der Fotografin Astrid Kirchherr. Kurz zuvor war das Beatles-Album "Please, Please Me" in die Charts geschossen. "Es war eine wunderbare Zeit, und eigentlich die letzten Tage, in denen die Beatles-Jungs noch unbekannt durch die Straßen schlendern konnten", erinnert sich Voormann. "Nach Teneriffa war nichts mehr wie vorher. Danach lebten sie gezwungenermaßen in einem anderen Kosmos."

Ein Stück weit tauchte Voormann in diesen Kosmos mit ein. Bei Soloprojekten der Bandmitglieder spielte er den Bass. An den Beatles-Platten wirkte er nicht mit. "Paul hatte mich zwar hin und wieder gebeten, Bass zu spielen, aber ich habe mich gesträubt und gesagt: Du bist doch der Bassist." Es habe ihn "nie gelüstet, auf der Bühne den Kasper zu machen", sagt er. "Das ist gegen meine Natur." Mit Künstlern wie Lennon & Co. zusammenarbeiten zu dürfen, betrachtete er als Privileg. In der ersten Reihe wollte er jedoch nicht stehen: "Ich bin ein klassischer Sideman. Das hat mir immer gut gefallen." Entsprechend heißt sein Soloalbum "A Sideman's Journey".

Vor der Musik stand für Voormann die Kunst. Zu Beginn der 60er Jahre war er Student an der Hamburger Meisterschule für Gestaltung, als er die noch unbekannten Liverpooler Musiker kennenlernte - nicht ahnend, dass diese Freundschaft sein Leben verändern würde. "Diese befreiende, lebensbejahende Musik und vor allen Dingen diese frischfrechen Burschen auf der Bühne. Das war damals für viele Menschen - noch kriegs- und nachkriegsgebeutelt - heilend, ermutigend und prägend. Auch für mich." Ohne die Beatles hätte es zum Beispiel keine "Revolver"-Cover-Artwork gegeben, sagt Voormann.

Für das Cover des "Revolver"-Albums wurde Voormann 1967 mit seinem ersten Grammy ausgezeichnet (der zweite folgte 1973 für seinen musikalischen Beitrag zu George Harrisons "Concert for Bangladesh"). Das Magazin "Rolling Stone" wählte "Revolver" auf Platz sieben der besten Plattencover aller Zeiten. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler schrieb 2008 in einem Brief zu Voormanns 70. Geburtstag: "Es gibt wohl kein grafisches Werk eines deutschen Künstlers der letzten Zeit, das derart verbreitet und bekannt ist."

Dieses Cover zu gestalten sei für ihn ein Segen gewesen, sagt Voormann. Es sei aber schade, dass er fast immer darauf begrenzt werde. Es gebe viele andere großartige Dinge, etwa seine Zusammenarbeit mit dem Model Twiggy und die daraus resultierenden Illustrationen für das Modemagazin "Vogue". Auch schuf er Cover für die Bee Gees, Marius Müller-Westernhagen oder Fool's Garden.

In den 60er und 70er Jahren lebte Voormann unter anderem in London und in den USA. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland widmete er sich vor allem der zeichnerischen Kunst. Auch als Musikproduzent war er erfolgreich, zum Beispiel für die Neue Deutsche Welle-Band Trio ("Da Da Da"). Zurzeit arbeitet Voormann an dem Projekt "Hamburg Impact", das die gesellschaftliche Bedeutung der Beatles zu Beginn der 60er Jahre für Hamburg nachzeichnen soll.

dpa

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