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© ARD Degeto/Stefan Erhard

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Francis Fulton-Smith: "Ich stehe auf starke Frauen"

Der deutsche Schauspieler Francis Fulton-Smith (46) spricht im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news über seine britischen Wurzeln, den Dreh von Sex-Szenen und erzählt, was ihn zum Lachen bringt.

Fulton-Smith ist am 29. März in dem Historien-Drama "Liebe und Tod auf Java" im Ersten zu sehen. Er spielt darin den emigrierten Juden Hans Braun, der nach dem Selbstmord seiner Frau in der Plantagen-Erbin Hellen Landgraf, gespielt von Muriel Baumeister, seine große Liebe findet.

In dem Historien-Epos "Liebe und Tod auf Java" spielen Sie den Juden Hans Braun. Haben Sie sich in der Vorbereitung auf Ihre Rolle mit der Geschichte der Juden tiefer gehend beschäftigt?

Ich habe jüdische Freunde, daher bin ich auch öfter in der Synagoge und ich unterstütze die "Haddassah-Stiftung", ein Krankenhaus in Jerusalem, das Juden und Palästinenser gleichermaßen behandelt. Natürlich habe ich viele Gespräche geführt und Bücher zu dem Thema gelesen. Vieles steht aber auch im Drehbuch. Es ist immer eine Mischung von allem.

Hans Braun wirkt häufig sehr verschlossen und hat seine Emotionen auch in schweren Stunden stets im Griff. Wieso ist das so?

Die emotionale Fallhöhe meiner Figur war eine Gratwanderung. Gerade in schwerer Not hält sich der Mensch an etwas fest, um nicht zusammenzubrechen. Die Situation überfordert Hans Braun schon ganz oft, aber das war damals einfach nicht die Zeit, in der man permanent, wie heute gerne gezeigt, rumflennt oder schreit. Das menschliche Dilemma bestand vor allem darin, nicht aus sich herauskommen zu dürfen. Es war ein absolutes Tabu, sein Schicksal und Leben in Frage zu stellen und so etwas wie Emanzipation gab es noch nicht!

Im Film sagt Ihre Frau Friedel über ihren Mann, er sei ein treuer Geselle. Haben Sie das mit ihrer Rolle gemeinsam?

Ja, ich bin ein sehr treuer Mensch. Ich habe mich im wahrsten Sinne des Wortes getraut und ich stehe zu meiner Frau und zu meiner Familie.

Es gibt ja auch eine Sex-Szene mit Muriel Baumeister. Wie war der Dreh dieser Szene?

Das sind ehrlich gesagt immer sehr unromantische Szenen, weil da sehr viele Menschen drum herum stehen. Alles wird sehr genau besprochen. Es geht ja ein Stück weit darum, eine poetische Form zu finden, wie man das bildhaft zeigt und es ist ein wunderbarer Moment in diesem Tohuwabohu der Ereignisse.

Ist Ihre Frau da nicht eifersüchtig?

Nein, sie ist ja selbst Schauspielerin und weiß, wie solche Szenen entstehen und was der Zuschauer am Bildschirm sieht, ist wie gesagt sehr reduziert. Unter der Decke hatten wir beide natürlich Hosen an.

Ihre Film-Liebe Hellen ist eine selbstbewusste und durchsetzungsfähige Frau. Auf was für einen Typ Frau stehen Sie privat?

Ich stehe auf starke Frauen, die spannend und interessant sind, wie z.B. meine Frau! Dennoch sollten beide Geschlechter auch zu ihren Schwächen stehen dürfen.

Sie sind Vater zweier Töchter, was wollen sie denen fürs Leben mitgeben?

Respekt vor dem Leben, dem Individuum und der Kreatur. Man muss den Kindern einen Raum bieten, innerhalb dessen sie sich entfalten und entwickeln können, aber auch Grenzen deutlich machen, das halte ich beides für sehr wichtig.

Bei zwei Töchtern fehlt ja eigentlich noch ein Stammhalter. Ist weiterer Nachwuchs geplant?

(Lacht). Im Moment ist die Familienplanung abgeschlossen. Unsere große Tochter ist drei und die Kleine gerade sieben Monate alt, da haben wir alle Hände voll zu tun.

Sie sind ja auch ein Kenner des Bayerischen Kabaretts und haben sich mit Gerhard Polt und Karl Valentin beschäftigt. Taugen Sie auch zum Kabarettisten?

Ich weiß nicht, ich habe den größten Respekt davor. Ich bin sehr eng mit Otti Fischer befreundet und ein großer Fan von Dieter Hildebrandt, aber das ist Knochenarbeit und ganz anders als beim Film. Witzig sein, ist nicht immer einfach.

Was bringt Sie zum Lachen?

Ich lache über Situationskomik und Wortwitz, eine gewisse Ironie finde ich auch charmant. Das Timing ist bei Witzen sehr wichtig.

Ihr Vater ist Brite. Haben Sie etwas typisch Britisches an sich?

Ich esse die englischen Gerichte, wie z.B. Roastbeef und Yorkshire Pudding sehr gerne und mein Humor ist sehr britisch, aber beim Fußball bin ich Fan des FC Bayern München.

Bevorzugen Sie Bier oder Tee?

Nun ich trinke gerne ab und an eine Tasse guten Tee, (lacht) aber so a guads Bier isscho a ned schlecht.

(ala/spot)


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