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Erol Sander: "Ich bin a Münchner, a Bayer, a Deutscher"

Mit dem talentierten Träumer und freundlichen Familienmenschen Erol Sander (44), der am 28. Dezember in "Afrika ruft nach Dir" (20.15 Uhr, das Erste) zu sehen ist, sprach die Nachrichtenagentur spot on news über zahme Löwen, seinen einzigen Wunsch fürs neue Jahr und seine türkischen Wurzeln.

Schließlich gehört der beliebte Schauspieler zu einer ganzen Reihe deutscher Topstars, die oder deren Eltern aus der Türkei stammen: Regisseur Fatih Akin (39), Schauspielerin Sibel Kekilli (32), Kabarettist Bülent Ceylan (36), Comedian Kaya Yanar (39) u.v.m.

Es gibt viele deutsche Topstars mit türkischen Wurzeln. Stehen Sie in besonderem Kontakt miteinander?

Es ist nicht so, dass wir uns als Gruppierung fühlen. Mit Sibel Kekilli habe ich schon gedreht. Es war ein hervorragender Dreh, sie ist einfach eine gute Schauspielerin. Da schaue ich nicht nach, ob sie aus Italien, Griechenland oder Norwegen kommt oder vielleicht denselben Ursprung hat wie ich. Wir sollten uns nicht um den Einzelnen kümmern, sondern gemeinsam die Zukunft unseres Landes gestalten. Ansonsten bin ich a Münchner, a Bayer, a Deutscher, ich fühle mich hier wohl und versuche, meinen Job zu machen.

Apropos, wie schwierig waren denn die Dreharbeiten zu "Afrika ruft nach dir" in Südafrika, einem nicht ungefährlichen Land?

Man muss sich klar machen, dass es dort auch sehr arme Menschen gibt, die zum Beispiel für vielleicht 50 oder 100 Euro im Monat in Mienen schuften. Da muss man sich anpassen und dann nicht unbedingt mit einer goldenen Uhr herumlaufen oder im teuersten Wagen fahren, sonst kann es schon gefährlich werden. Und wenn einer auf dich zukommt und die Kamera haben will, dann musst du sie ihm halt geben.

Die Filmkamera?

Ja, auch die Filmkamera. Bevor er anfängt, mit der Pistole auf dich zu zielen. Damit musst du rechnen, wenn du in bestimmte Gegenden gehst. Die großen Hotels sind natürlich abgeriegelt und sehr sicher.

Wie kritisch darf oder muss so eine Unterhaltungssendung sein?

Von den Konflikten, die es überall auf der Welt gibt, erfahren wir den ganzen Tag über in den Nachrichten. In Filmen wie "Afrika ruft nach dir" wollen wir einfach unterhalten und uns um die alltäglichen Sorgen und Probleme wie die Liebe oder innere Konflikte kümmern.

Das Problem der Wilderei spielt im Film eine Rolle. Wie schlimm ist es denn in der Realität?

Das ist schrecklich und auch immer noch ein massives Problem. Die Serengeti zum Beispiel ist ja riesengroß. Wie willst du das alles kontrollieren?

Ein Problem ist ja auch der Fang von Wildtieren für Zoos weltweit. Gehen Sie trotzdem mit Ihren Kindern in den Zoo?

Ja, klar gehen wir in den Zoo. Das gehört doch dazu. Der Vorteil für die Tiere im Zoo ist ja, dass sie nicht jeden Tag oder Abend um ihr Leben laufen müssen. Die Tiere haben dort ein etwas komfortableres Leben.

Wie war das Drehen mit den wilden Tieren? Konnte man den Löwen im Haus echt streicheln?

Ja, der war echt. Und ich habe auch alle Szenen selbst mit ihm gedreht.

Beim Dreh von "Um Himmels Willen" in Namibia gab es 2011 einen schlimmen Unfall. Ein filmerfahrener Leopard hat ein Crew-Mitglied getötet. Hatten Sie keine Angst vor dem Löwen?

Den Vorfall hatten wir schon im Kopf. Ich hätte die Szenen auch nicht selbst drehen müssen, ich wollte aber, weil ich Tiere liebe und mich auch ein bisschen auskenne. Zum Beispiel muss man wissen, wie dominant man sich gibt und wie weit man gehen kann. Anscheinend hat das mit dem Löwen und mir funktioniert. Außerdem hatte die Produktion alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

Wenn Sie an so tollen Orten wie Istanbul und Südafrika drehen. Wo machen Sie denn dann privat Urlaub?

Ich fliege auch privat gerne nach Südafrika. Gute Verbindungen, kein großer Zeitsprung, gutes Wetter, tolle Tiere. Mir macht das Spaß.

Silvester macht auch Spaß, wie feiern Sie?

Silvester sind wir in München, weil es hier Kracher gibt. In Paris darf man nicht mit Böllern knallen.

Wie halten Sie es mit den guten Vorsätzen?

Das mache ich nicht. Ich wünsche mir nur, dass wir endlich eine Möglichkeit finden, wie alle Menschen, egal, welcher Abstammung, und alle Länder glücklich und in Frieden miteinander leben können. Der wichtigste Vorsatz für uns alle sollte aber sein, dass kein Kind auf dieser Welt mehr hungern muss, weil die Kinder unsere Zukunft sind und auf die müssen wir besser aufpassen.

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