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Eckart von Hirschhausen: Mehr Anerkennung für Pflege

Kabarettist Eckart von Hirschhausen fordert mehr Wertschätzung und bessere Perspektiven in der Pflege und den Berufen. Mit seiner Stiftung „Humor hilft heilen“ will er auch Pflegekräfte würdigen.

Bielefeld. Angesichts eines drohenden Pflegekräftemangels fordert der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen mehr Wertschätzung und bessere Perspektiven in der Pflege. Die schlechte Stimmung in den Krankenhäusern mache ihm Sorgen, sagte der Kabarettist der in Bielefeld erscheinenden „Neuen Westfälischen“ (Freitag). „Die Kürzungen am Personal sind desaströs, denn gerade Zeit und menschliche Zuwendung ist durch nichts zu ersetzen und darf nicht der Profitmaximierung unterliegen.“ Wenn eine Krankenschwester oder ein Altenpfleger für 40 Patienten in der Nacht da sein solle, sei das ein Skandal.

Ändern muss sich nach Ansicht des Mediziners die Ausbildung, die Bezahlung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die politische Lobbyarbeit mit einer verbindlichen Bundespflegekammer. Die Dramatik des drohenden Personalmangels in der Pflege sei den Wenigsten bewusst, erklärte Hirschhausen. Schätzungsweise würden aktuell 50.000 Pflegekräfte fehlen. In zehn Jahren werde es in Deutschland 1,5 Millionen Pflegebedürftige mehr geben.

Hirschhausen würdigte auch die Leistungen von Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen. „Diese Arbeit, Hingabe und Zeit können wir gar nicht genug wertschätzen“, sagte der Mediziner, der sich mit seiner Stiftung „Humor hilft heilen“ unter anderem beim Evangelischen Johanniswerk und bei den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld engagiert.

In einem Projekt seiner Stiftung „Humor hilft heilen“ thematisieren nach Hirschhausens Worten Trainer an Pflegeschulen spielerisch den Umgang mit Stress in der Pflege. Dabei gehe es auch darum, welche Form von Humor verbinde und stärke. Mit diesen Trainings habe bereits das Evangelische Johanneswerk in Bielefeld gute Erfahrungen gemacht.

Von epd