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Jesse Hughes, Frontmann der Eagles of Death Metal, vor dem Bataclan in Paris.

Jesse Hughes, Frontmann der Eagles of Death Metal, vor dem Bataclan in Paris. © Yoan Valat

Terrorismus

Eagles of Death Metal wieder in Paris auf der Bühne

Ihr Konzert wurde von Terroristen gestürmt, viele Fans starben im Kugelhagel. Die US-Band Eagles of Death Metal kehrt in Paris auf die Bühne zurück - und an den Ort des Anschlags.

Paris (dpa) – Auftritt mit großer Symbolkraft: Rund dreieinhalb Wochen nach den Terroranschlägen von Paris hat die US-Rockgruppe Eagles of Death Metal wieder in der französischen Hauptstadt gespielt.

Als überraschende Gastgruppe tauchte sie am Montag zum Abschluss eines mehr als zwei Stunden dauernden U2-Konzerts in der riesigen AccorHotels Arena auf. Beide Bands spielten gemeinsam "People have the power", das Volk hat die Macht, den Protestsong und Erfolgshit von Patti Smith.

U2 hatte die Rockband nach Paris eingeladen. Der Auftritt wurde vorab allerdings so weit wie möglich geheim gehalten. Zunächst hieß es, die Eagles of Death Metal sollten am Sonntag spielen. Als die Gruppe schließlich am Montag auftrat, jubelte das Publikum in der rund

 

20 000 Plätze fassenden Halle begeistert. Viele Musikfans stimmten in Smith-Song mit ein, wie Fernseh- und Videoaufnahmen zeigen. Danach sang die Band "I Love You All The Time", einen ihrer eigenen Hits.

"Paris, wir lieben dich - und wir werden den Rock'n'Roll nie aufgeben!", rief der Sänger der US-Band, Jesse Hughes, den Fans zu, wie auf Videos im Internet zu sehen ist. Die Eagles of Death Metal hatten ein Konzert im Pariser Konzertclub "Bataclan" gegeben, als islamistische Attentäter in den Saal eindrangen und 90 Menschen töteten. Bei der Terrorserie am 13. November starben insgesamt 130 Menschen. Von den Bandmitgliedern wurde niemand verletzt.

In Erinnerung an die Opfer begab sich die Rockband am Dienstag auch an den Schauplatz des Horrors zurück und legte am "Bataclan" Blumen nieder. Drei Wochen nach den Angriffen ist der Musikclub noch immer ein Ort der Trauer, an den viele Menschen kommen.  

Nach ihrem Auftritt in dem ehemaligen Konzertsaal Paris-Bercy am Montagabend dankte die Band der irischen Gruppe U2 für ihre Unterstützung. "Sie haben uns daran erinnert, dass die bösen Jungs keinen Tag freinehmen, und daher können wir Rock'n'Roller das auch nicht machen (...) und wir werden es auch nie", schrieb sie auf Facebook. Ein Dank ging auch an alle, die weiterhin "beweisen, dass Liebe, Spaß und Musik immer Terror und Böses überwinden werden". Dazu postete die Gruppe ein Foto, das die Frontmänner beider Bands auf der Bühne zeigt, Bono im schwarzen Anzug, Hughes im weißen.

Als die 130 Namen der bei den Attentaten getöteten Menschen auf einer riesigen Videoleinwand auftauchten, soll U2-Frontmann Bono "Ne me quitte pas", Verlass mich nicht, des belgischen Chansonniers Jacques Brel gesungen haben, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Namen wurden vor den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot auf die Leinwand projiziert -  zusammen mit dem "Peace"-Zeichen.

U2 waren am Sonntag und Montag im Rahmen ihrer "Innocence + Experience Tour" in Paris aufgetreten. "Wenn du an die Freiheit glaubst, dann ist Paris deine Heimatstadt", rief Sänger Bono den Fans zu. Auch einen neuen Song hatte er mitgebracht: "Streets of Surrender (SOS)", mit Liedzeilen über "die Stadt der Freiheit", in der es "Straßen der Liebe und des Stolzes" gebe.

Die Eagles of Death Metal hatten nach den Anschlägen die weiteren geplanten Auftritte ihrer Europa-Tournee abgesagt. Die Tour soll nun im Februar fortgesetzt werden. Ihr Frontmann Hughes hat bereits angekündigt, dass seine Gruppe nach der Wiedereröffnung des "Bataclan" die erste Band auf der Bühne sein wolle. "Unsere Freunde kamen dorthin, um Rock'n'Roll zu sehen und starben. Ich will wieder dorthin gehen und leben", sagte er dem "Vice"-Magazin.

dpa


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