Navigation:
Leute

Dustin Hoffman: Tränen im Interview

Dustin Hoffman nimmt sein filmisches Schaffen sehr ernst. Wie ernst, das erfuhren die Teilnehmer der Veranstaltung der British Academy of Film & Television Arts (BAFTA), die am Dienstagabend in London stattfand. Dort sprach der Hollywoodstar über seine mehr als 45-jährige Karriere. Dabei brach der 75-Jährige zweimal in Tränen aus.

Los Angeles. Von großen Gefühlen übermannt wurde Hoffman als er über den Film sprach, der ihm den ersten Oscar einbrachte. In "Kramer gegen Kramer" (1980) seien die Parallelen zu seinem damaligen Privatleben so groß gewesen, dass er die Rolle fast ablehnen wollte. "Ich war gerade geschieden, hab mich mit Partys und Drogen darüber hinweg getröstet und fast zerstört", zitiert die Onlineausgabe der Film-Fachzeitschrift "The Hollywood Reporter" den Schauspieler.

Mitleid für Kinder

Jene dramatischen Tage rührten ihn deshalb auch heute noch so sehr, weil "Kinder im Spiel waren". Dustin Hoffman war von 1969 bis 1980 mit Tänzerin Anne Byrne verheiratet. Die beiden haben zwei Töchter.

Vor diesem Hintergrund wollte Hoffman den "Kramer gegen Kramer"-Produzenten Stanley Jaffe und den Regisseur Bob Benton gar nicht erst treffen, weil ihm das Drehbuch ganz und gar nicht gefiel. "Ich erkenne in dem Skript meine schlimmen Gefühle nicht wieder", so seine Kritik. Jaffe und Benton gaben sich geschlagen und zogen sich mit dem Schauspieler für drei Monate zurück, um das Drehbuch zu überarbeiten.

Als Hoffman dann von dem inzwischen 41-jährigen damaligen Kinderstar Justin Henry sprach, kullerten erneut die Tränen. Der Schauspielneuling Henry wurde für seine Rolle in "Kramer gegen Kramer" als jüngster Schauspieler für einen Oscar nominiert. "Als wir ihn vor dem Dreh getestet haben, hatte ich plötzlich das Gefühl, 'ja, das ist das richtige Kind, das ist mein Sohn'. Erst viel später habe ich erfahren, dass sich seine Eltern wirklich gerade trennten", erzählt Hoffman vom Casting. spot-on