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Boulevard "Du bist gefeuert": Donald Trump im Abseits
Menschen Boulevard "Du bist gefeuert": Donald Trump im Abseits
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09:43 01.07.2015
Donald Trump hat sich mit chauvinistischen Sprüchen ins Abseits manövriert. Quelle: Tannen Maury
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New York/Mexiko-Stadt

Nach fremdenfeindlichen Äußerungen über mexikanische Einwanderer hört der Milliardär seinen berühmten Satz nun häufig selbst. Immer mehr Geschäftspartner wenden sich von Trump ab.

Vor zwei Wochen hatte der 69-Jährige seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner angekündigt. In der Rede sprach er abfällig über mexikanische Einwanderer in den USA. "Sie bringen Drogen, Verbrechen, Vergewaltiger", sagte Trump. Seine Hasstiraden lösten unter den Hispanics in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika Empörung aus.

Doch auch bei seinen Geschäftsfreunden kamen die Pöbeleien nicht gut an. Zuerst beendete der spanischsprachige US-Fernsehsender Univision seine Zusammenarbeit mit der Miss-Universe-Organisation, die Trump zum Teil gehört. Dann kündigten auch NBC und das mexikanische Medienunternehmen Televisa an, die Schönheitswettbewerbe Miss America und Miss Universe nicht länger auszustrahlen.

Trump ficht das alles nicht an. "NBC ist schwach und versucht wie alle anderen auch, politisch korrekt zu sein. Das ist der Grund, warum unser Land in Schwierigkeiten ist", sagte er. Am Dienstagabend (Ortszeit) reichte er Schadenersatzklage gegen Univision über 500 Millionen US-Dollar (450 Mio Euro) ein.

Ob eine solche Klage Chancen haben könnte, ist derzeit ungeklärt - genau wie die Frage, ob die kommenden Wahlen zur Miss USA am 12. Juli und zur Miss Universe 2016 überhaupt in den USA zu sehen sein werden. Stattfinden werde der Miss-USA-Wettbewerb in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana auf jeden Fall, schrieb die derzeitige Miss USA Nia Sanchez auf Instagram: "Die jüngsten Ereignisse haben uns niedergeschlagen gemacht, aber die Show muss weitergehen."

Eine Online-Petition, die NBC auffordert, die Show doch zu senden, hatte allerdings nach rund 24 Stunden gerade einmal knapp 500 Unterstützer. Eine Petition, die NBC zum Abbruch aller Verbindungen mit Trump aufrief, hatte zuvor mehr als 200 000 Unterstützer gefunden. Die meisten Amerikaner - und gerade die mit lateinamerikanischen Wurzeln - scheinen sich auf die Seite von NBC zu schlagen. Aber Trump hat auch Unterstützer. "Ich mag Donald Trump. Ich finde, er ist großartig. Ich finde, er ist frech und ich finde, er sagt die Wahrheit", kommentierte der Republikaner Ted Cruz, der sich ebenfalls für die Präsidentschaftskandidatur bewirbt.

Allerdings gehen Trump immer mehr für die Miss-America-Wahl einplante Musiker und Moderatoren von der Fahne. Nachrichtensprecher Thomas Roberts und Profi-Tänzerin Cheryl Burke, die durch die Show führen sollten, quittierten den Dienst. Der kolumbianische Raggaeton-Sänger J Balvin sagte seinen Auftritt ab, ebenso wie der chilenische Schauspieler Cristián de la Fuente. "Ihre Äußerungen zeigen, dass Sie ein Ignorant sind", sagte er in einem auf Facebook veröffentlichten Video. "Es ist eine Schande, dass so eine wichtige Institution wie Miss USA in den Händen eines Clowns ist."

Tatsächlich dürfte der in Geschäftsangelegenheiten sonst so smarte Trump der Miss-Universe-Organisation mit seinen Äußerungen einen Bärendienst erwiesen haben. Nirgendwo auf der Welt haben Schönheitswettbewerbe einen so hohen Stellenwert wie in Lateinamerika. Die Ausstrahlung der Wahlen erzielen zwischen Mexiko und Chile Traumquoten, im Gegensatz zu Europa öffnet ein Miss-Titel dort tatsächlich die Türen zu einer Karriere in Mode, Fernsehen oder sogar der Politik.

Mexiko boykottiert die nächste Miss-Universe-Wahl im kommenden Jahr. "Als Mexikanerin bin ich beleidigt und empört", schrieb die Geschäftsführerin des nationalen Schönheitswettbewerbs Nuestra Belleza, Lupita Jones, auf Twitter. Schönheitskönigin Wendolly Esparza wird nun nicht an der Wahl zur Miss Universe teilnehmen. 2010 hatte die Mexikanerin Ximena Navarrete den Titel gewonnen.

Trump pöbelt unterdessen munter weiter. "Ich liebe das mexikanische Volk", schrieb er zunächst versöhnlich auf Twitter. Doch dann trat er noch mal nach: "Aber Mexiko ist nicht unser Freund. Sie töten uns an der Grenze und sie machen uns bei Arbeitsplätzen und Handel fertig. Kämpft!"  

dpa

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