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Dschungelcamp: Wie lange hält Fiona das durch?

Schon am ersten Dschungel-Tag sahen viele Zuschauer von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" bei Fiona Erdmann zweimal hin. Selbst für ein Model erschien die 24-Jährige ziemlich dünn in ihrem kurzen Flatterkleid.

Dieser Eindruck verhärtete sich spätestens, als man den Rotschopf zum ersten Mal im Bikini sehen konnte. Iris Klein, Mutter von Daniela Katzenberger, brachte es auf den Punkt: "Fiona sieht aus wie ein Fahrrad!" Nicht besonders schmeichelhaft, aber wenigstens ehrlich.

Mittlerweile haben auch die übrigen Camp-Bewohner eingesehen, dass die manchmal geradezu hyperaktive Fiona nicht nur einfach sehr dünn ist, sondern wohl doch mehr dahintersteckt. "Irgendwie hat sie ein Problem mit Essen", stellt Ex-"Bachelor"-Kandidatin Georgina fest. Auch die Zuschauer konnten Erdmann dabei beobachten, wie sie sich zur Morgentoilette den Finger in den Hals steckte und sich übergab. Kein Einzelfall, weiß Iris Klein: "Das ist doch nichts Neues, das macht sie doch jeden Tag!"

Während sich Fionas Mitstreiter und die Fernsehzuschauer noch über ihr merkwürdiges Essverhalten wundern, schlagen Experten Alarm. Im Therapie-Centrum für Essstörungen (TCE) in München gab es bereits Diskussionen um die mediale Zurschaustellung einer extrem dünnen, sich übergebenden jungen Frau. "Man kann natürlich keine Ferndiagnose stellen, aber das wären schon Signale, die mich aufmerken lassen würden", meint Dr. Karin Lachenmeir, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin und Leiterin des TCE im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Auch dass Fiona vehement betont, dass sie nicht mager, sondern durchtrainiert sei und doch regelrechte Fußballerwaden hätte, sei ein typisches Anzeichen für Essstörungen. "Betroffene zeigen oft eine verzerrte Körperwahnehmung und nehmen sich, obwohl sie offensichtlich zu dünn sind, nicht als dünn wahr", so Dr. Lachenmeir.

Man dürfe auch nicht unterschätzen, dass Essstörungen körperlich bedrohliche Krankheiten seien, meint die Expertin. Der Aufenthalt im Dschungel unter extremen klimatischen Bedingungen mit nichts als Wasser, Reis und Bohnen sei selbst für einen gesunden Körper eine extreme Belastung. Für eine Person, die womöglich unter einer Essstörung leide, könnte aus dieser Tortur allerdings auch schnell ein ernsthaftes Problem werden. Vor allem Magersüchtigen drohten unter Umständen dramatische Folgen: Kreislaufzusammenbruch, Herzrythmusstörungen und, wenn auch nur in sehr seltenen Fällen, sogar das Aussetzen des Herzschlags.

RTL will davon allerdings nichts wissen: "Fiona Erdmann geht es, nachdem sie in den ersten Tagen mit der Nahrungsumstellung und den klimatischen Bedingungen zu kämpfen hatte, inzwischen wieder gut. Sie ist auch nicht die erste Kandidatin, der die Umstellungen im Dschungelcamp ,auf den Magen schlagen'", erklärte RTL-Sprecher Konstantin von Stechow auf Anfrage von spot on news.

Doch auch abgesehen von der Gesundheit des Models sollte man sich über die aktuellen Ereignisse im Camp Gedanken machen. Karin Lachenmeir meint: "Was ich daran am problematischsten finde, ist die Modellwirkung für junge Zuschauer. Wir hören immer wieder, dass die Konfrontation mit sehr dünnen Frauen ein möglicher Auslöser für eine Essstörung sein kann. Erschreckend häufig berichten Patientinnen auch, dass erst Erzählungen und Darstellungen von Frauen, die sich übergeben, sie überhaupt auf die Idee dazu gebracht haben. [...] Vor diesem Hintergrund finde ich es höchst problematisch, jemanden der so untergewichtig ist, so körperbetont im TV darzustellen und auch noch zu zeigen, wie er sich übergibt."

Einen Appell an den Camp-Arzt Dr. Bob, Fiona Erdmann aus dem Camp zu nehmen, fände die Leiterin des TCE deswegen sinnvoll. Immerhin hatte er den schwächelnden Helmut Berger schon gleich zu Beginn vorsorglich aus dem Camp genommen.

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