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Musik

Die besten Alben 2012

Und endlich hat sie zu uns gesprochen: Die Hoffnung der Musikindustrie, der letzte Popstar unserer Zeit, die Newcomerin 2012 und wenn man dem Hype glaubt, das vermeintlich Größte, das diese Welt jemals hören durfte - Lana Del Rey! Die "Gangsta-Nancy-Sinatra" hat mit ihrem von David Lynch inspirierten "Hollywood Pop/Sadcore" dieses Jahr den ganz großen Wurf gelandet und wurde zu einer der schönsten Begegnungen im Radioalltag.

ner der schönsten Begegnungen im Radioalltag. Auf der erweiterten Platte "Born To Die - Paradise Edition" gibt es acht neue Songs, darunter ein Cover von "Blue Velvet" und Textzeilen wie "My Pussy taste like Pepsi Cola". Ihr melancholischer, hollywoodesker Pop auf "Born To Die" schwebt mit verführerischen Melodien und unterkühlter Leidenschaft immer ein paar Zentimeter über dem Boden. Songs wie Schlafzimmerblicke.

The xx - Coexist

Das zweite Album genauso klingen zu lassen wie das erste - das dürfen nur The xx. Das Londoner Trio war schon der Hype des Jahres 2010 und macht reduzierten, düsteren Dreampop, den die Welt so noch nicht gehört hat. Eine mysteriöse Mischung aus ätherischer Elektronik, warmem R&B, hinreißenden, aber nur angedeuteten Pop-Melodien und ein Duett-Gesang der klingt, als würden Romy Madley Croft und Oliver Sim ihre Stimmbänder abwechselnd mit Honig und Rauch schmieren. Für "Coexist" wurde das Ganze noch ein wenig reduzierter. Manchmal herrscht einfach zwei Sekunden Stille, das wirkt dann wie ein stummer Beat. Pure Schönheit.

Grimes - Visions

Die Kanadierin Claire Boucher alias Grimes hat dieses Jahr einen ganz neuen Trend angestoßen - und dies werden noch viele folgen: Ihre unverschämt eingängige Mischung aus Witch House, RnB und Electro zieht Mainstream- und Indiehörer gleichermaßen auf die Tanzflächen und hat schon Nachahmer wie Purity Ring inspiriert. Bei diesem ätherischen Electropop dürfen Synthies und Drumcomputer natürlich nicht fehlen, der Hall auf dem hohen Stimmchen aber schon mal Überhand nehmen. Wednesday Addams würde dazu auf ihrem 18. Geburtstag tanzen.

Kraftklub - Mit K

Neue Helden für Deutschland: An Kraftklub kam 2012 niemand vorbei. Mit einer deutlichen Fuck-Off-Attitüde und klaren Anti-Konsens-Ansagen wie "Auch wenn andere Städte scheiße sind, ich will nicht nach Berlin" schenken sie der deutschen Musiklandschaft harten Indierock à la Hives mit derben Sprechgesang. Ein paar Sachen mussten auch wirklich einfach mal gesagt werden, zum Beispiel, dass die riesigen Flatscreens nicht mal mehr durch handelsübliche Hotelfenster passen. Texte, die oft einfach den Nerv treffen, aber auf die man auch noch tanzen kann, weil drüber reden ja auch niemanden weiterbringt.

Crystal Castles - III

Das kanadische Duo kreiert Electro-Hammer, die auf Wolken schweben. Auf ihrem neuen Album gehen sie dabei noch ein wenig melodischer und verträumter vor, was jetzt allerdings viel zu zahm klingt. Auch in der dritten Auflage handelt es sich bei Crystal Castles um bei lebendigem Leib zerhackte Atari-Beats, die mittlerweile nur noch mehr bis ins Mark erschüttern. Live sind die beiden übrigens auch immer wieder ein Erlebnis: Wer einmal Frontfrau Alice Glass mit ihrer selbstzerstörerischen Art über die Bühne hat kriechen sehen, wird den irren Ausdruck in ihren Augen nicht mehr vergessen.

Alt-J - An Awesome Wave

Mercury-Prize-Favoriten sollte man ja generell immer ein Ohr schenken, beim britischen Indie-Quartett Alt-J sei dies unbedingt angeraten. Ihr Debüt "An Awesome Wave" brilliert mit versteckten Hits, die an Ideenvielfalt kaum zu übertreffen sind und trotzdem als reduziert beschrieben werden können. In ihrem "Folk-Step" ergänzen sich die schönsten Melodien mit Hip- und Trip-Hop-Rhythmen wunderbar leichtfüßig. Und dann wächst das auch noch mit jedem Hören!

Cro - Raop

Was haben Pandabären und guter deutscher Hip-Hop gemeinsam? Richtig, beide sind vom Aussterben bedroht. Doch Deutschland hat einen neuen Hoffnungsträger: Cro! Mit Beats, die schon beim ersten Hören eine tiefe Verankerung im Hirn finden, Texten, die der ganzen jungen Generation aus der Seele sprechen und guter Laune zeigt uns das Multitalent aus Stuttgart mit seinem Debütalbum "Raop", was uns so lange gefehlt hat. Besonders diejenigen, die sich noch nie so richtig zwischen Hip Hop, Rap und Pop entscheiden konnten, werden in dem neuen Album des gelernten Mediengestalters 13 Songs finden, die jede der drei Sehnsüchte befriedigt.

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