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Boulevard Der "Tatort" am Sonntag: Jetzt wird's albern
Menschen Boulevard Der "Tatort" am Sonntag: Jetzt wird's albern
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18:45 05.04.2013
Quelle: SR/Manuela Meyer
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Darum geht's in "Eine Handvoll Paradies"

Rocker Rüde (wie originell: Claude-Oliver Rudolph), Mitglied der hundsgemeinen "Dark Dogs", wird tot am Straßenrand gefunden. Natürlich war es kein Unfall. Anwärter Tim (Tim Olrik Stöneberg) ist höchst verdächtig. Stellbrink und Marx nehmen die Ermittlungen auf. Wobei, nein: Stellbrink ermittelt, Marx darf ab und zu im Bild stehen.

Lohnt es sich, einzuschalten?

Nein. Die Polizei schleust einen V-Mann bei einem Hinterhof-Motorrad-Klub ein, dessen Mitglieder trotz aufgemalter Tattoos ungefähr so gefährlich daher kommen wie "Alfalfa und die kleinen Strolche". Das ist weder glaubwürdig noch entsteht in 90 Minuten ansatzweise Spannung. Ein langweiliger Fall müsste aber noch nicht das K.o.-Kriterium für einen "Tatort" sein. Wie schon "Melinda" möchte auch "Eine Handvoll Paradies" eine skurrile Geschichte ohne Tiefgang erzählen, die aber von seinen interessanten Kommissaren lebt. Doch wie schon beim Erstling geht das in die Hose.

Der SR hat bisher nur einen Ermittler, denn Elisabeth Brück als Lisa Marx darf offenbar nicht stattfinden. Doch obwohl alles auf Stellbrink konzentriert ist, wirkt der Charakter leblos. Striesow bekommt derart flache Gags in sein Drehbuch geschrieben, für die sich in den 90ern sogar die Macher von "RTL Samstag Nacht" fremdgeschämt hätten. Genau genommen, nervt er mit seinem Rumgeblödel irgendwann sogar gewaltig und man sehnt sich als Zuschauer einfach nach einem stinknormalen, grundsoliden "Tatort". Aber das ist offenbar zu viel verlangt. Im Wettrüsten der "Tatort"-Kommissare muss alles immer noch witziger, noch skurriler und noch eigenständiger sein. Die traurige Folge: Nach den verheerenden Verrissen und Kommentaren zu "Melinda" setzt der SR nun auch den zweiten "Tatort" ernsthaft in den Sand.

(mih/spot)

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