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Der Kosmos Uli Hoeneß

Die Steueraffäre um Uli Hoeneß scheint auf breites Interesse zu stoßen. Die Talkshow "Günther Jauch" schaffte mit dem Thema die stärkste Quote seit Start der Sendung 2011. Über 6,6 Millionen Zuschauer verfolgten die Sendung.

Was macht den Fall so besonders? Die Nachrichtenagentur spot on news erklärt, wie Uli Hoeneß tickt.

Wie ist Hoeneß aufgewachsen?

Uli Hoeneß kam am 5. Januar 1952 in Ulm zur Welt. Seine Eltern Erwin und Paula führten eine Metzgerei, in der er auch schon als Zehnjähriger an der Kasse ausgeholfen haben soll. Sein ein Jahr jüngerer Bruder Dieter wurde später ebenfalls Fußballprofi und Manager. Hoeneß fing mit fünf Jahren an, Fußball zu spielen. Der soziale Aufstieg soll schon bald sein Ziel gewesen sein. Bereits mit 16 Jahren lernte er dann seine heutige Frau Susanne kennen, die beiden heirateten 1973. 1998 war das Paar angeblich kurzzeitig getrennt, weil Hoeneß eine Affäre gehabt haben soll. Zusammen mit seiner Frau hat er zwei Kinder. Hoeneß beendete die Schule mit dem Abitur und studierte Anglistik, Geschichte und Pädagogik in München. Wegen seiner Fußballkarriere brach er die Uni aber ab. Am 17. Februar 1982 überlebte der damals 30-jährige Hoeneß als einziger den Absturz eines Sportflugzeuges.

Wie wurde er zur Kultfigur beim FC Bayern?

Vom VfB Ulm kam er zur TSG Ulm, wo schließlich sein Talent entdeckt wurde. 1970 landete er bei dem Verein, den er selbst lange Zeit prägte: Bayern-Trainer Udo Lattek holte Hoeneß an die Isar. Mit dem FCB wurde Hoeneß dreimal Deutscher Meister und holte genauso oft den Europapokal der Landesmeister. Außerdem ist Hoeneß Europa- und Weltmeister. 1979 musste Hoeneß mit nur 27 Jahren seine Karriere wegen eines Knorpelschadens beenden. Er blieb beim FC Bayern und wurde der jüngste Manager der Bundesliga. Den Job behielt er bis 2009, dann übernahm er das Präsidentenamt. Beim FC Bayern sorgte er nicht nur dafür, dass der Verein Titel und Geld vermehrt, er kümmert sich auch väterlich um seine Spieler: Er half unter anderem dem an Depressionen leidenden Sebastian Deisler und dem alkoholkranken Gerd Müller. Mehmet Scholl erhielt ein neues Vertragsangebot kurz nach einer schweren Verletzung, Samuel Kuffour bekam nach dem Tod seiner Tochter die volle Unterstützung des Vereins.

Wie sozial ist er anderen gegenüber?

Hoeneß gilt als Mann mit sozialem Gewissen. Er spendete unter anderem schon Geld für Kinder in Indien, für die Opfer des Tsunamis in Südostasien und an viele karitative Organisationen in Deutschland. Als in München Dominik Brunner an einer S-Bahn-Station getötet wurde, machte sich Hoeneß für mehr Zivilcourage stark.

Wie viel Geld hat Hoeneß?

Wie viel Euro auf dem geheimen Schweizer Konto liegen, ist unklar. Aber auch ohne dieses Vermögen ist Hoeneß Millionär. Als Bayern-Manager verdiente er zum Schluss angeblich bis zu einer Million pro Jahr, zudem soll er neben seinem Haus am Tegernsee auch eine Ferienwohnung in der Schweiz haben sowie ein Haus und eine Wohnung in München. Er machte unter anderem für die Telekom und McDonald's Werbung.

Welche Würstchen kommen von Hoeneß?

Neben seinem Job beim FC Bayern ist Hoeneß zusammen mit seinem Sohn Florian Geschäftsführer und Miteigentümer der Wurstfabrik HoWe Wurstwaren KG in Nürnberg. Sie gehört zu den vier großen Herstellern von Nürnberger Rostbratwürsten und beliefert u.a. Aldi. Auch mit McDonalds gab es schon Kooperationen. Unter der Marke HoWe gibt es die "Original Nürnberger", inklusive der fettreduzierten Variante, sowie die Geflügelbratwurst "Bruzzlkracher" und verschiedene Sorten Würzbratwurst.

Was treibt Hoeneß abseits von Wurst und FC Bayern?

Zu Hoeneß Hobbys sollen Lesen und Saunagänge gehören, außerdem spielt er angeblich Schafkopf, hört die Musik von den Beatles und Phil Collins und hält sich einen Labrador.

Warum erhitzt der Fall Hoeneß die Gemüter so?

Hoeneß gilt als Moralapostel - und als ein Mann klarer Worte. Durch die Interviewaussage "Der DFB kann doch keine Aktion 'Keine Macht den Drogen' starten und Herr Daum hat vielleicht damit etwas zu tun" sorgte er dafür, dass Christoph Daum nicht Bundestrainer wurde. Und auch zum Thema Geld machte er bisher klare Ansagen. Der "Bild" hatte er 2005 gesagt: "Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich zahle volle Steuern." Und auch bei Günther Jauch saß Hoeneß schon: "Wohlstand bedeutet, dass man relativ sorgenfrei leben kann. Dass ich eine Arbeit habe und am Monatsende genug Geld, um die Familie zu ernähren", ließ er im vergangenen Jahr wissen.

(hub/spot)