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Der Dschungel hinter den Kulissen

Das Moderatoren-Duo Sonja Zietlow (44) und Daniel Hartwich (34) erfrischen jeden Tag aufs Neue mit witzigen und zuweilen auch boshaften Kommentaren über die Dschungelcamp-Kandidaten und allerlei andere Themen.

Die Sprüche kommen allerdings nicht aus eigener Hand, sondern von den Gag-Schreibern Jens Oliver Haas (46) und Micky Beisenherz (35). Haas textet dabei für seine eigene Frau: Seit November 2002 ist er mit Sonja Zietlow verheiratet.

Der Ex-"Bild"-Reporter Haas schreibt nicht nur seit 2004 für das Dschungelcamp, auch Gags in den TV-Formaten "Big Brother" und "Switch" stammen aus seiner Hand. Seine Einstellung: "Humor ist gerade dann gut, wenn er schmerzhaft ist", zitiert das Onlineportal "Brash.com" aus einem Interview mit dem 46-Jährigen. Sein Kollege Beisenherz moderiert die RTL-II-Show "Stadt, Land ...", die ZDFneo-Show "Die Pyramide" und schreibt Texte für die "Heute Show". Auch er kennt Zietlow nicht nur aus dem Dschungelcamp: Zusammen moderieren die beiden die Quizshow "Der große deutsche ... Test" auf RTL II und außerdem 2007/2008 die "Loveparade", ebenfalls auf RTL II.

Für die Mitarbeiter der Show gelten strenge Regeln. "Lassen Sie die Promis NICHT Ihre Uhren sehen - sie müssen mit Tape abgeklebt werden, bevor Sie das Camp betreten." So zitiert die "Bild"-Zeitung die Dschungel-Bibel, nach der sich jeder der 400 Mitarbeiter des Dschungelcamps richten muss. Grund für die Klebeband-Aktion ist, dass die Promis nicht wissen sollen, welcher Tag und wie spät es ist.

Handys? Essen? Wenn ein Mitarbeiter das Camp betritt, kann er solche Dinge vergessen. Dafür gibt es einen Dresscode: "Wer dem Promi-Lager näher als 500 Meter kommt, muss dunkle bzw. Tarnkleidung tragen", zitiert das Blatt weiter. Und: "Gegenstände, die die Sonne reflektieren können, sind verboten. Sie könnten die Promis ablenken".

Ob niveaulos oder nicht - beliebt ist "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" auf jeden Fall. Die aktuelle Staffel lockt jeden Tag rund sieben Millionen Zuschauer vor den Fernseher, mit 45 Prozent sahen beispielsweise am Dienstag fast die Hälfte der jüngeren Fernsehzuschauer das Dschungelcamp.

Kein Wunder, dass sich der Quotenerfolg auszahlt: 2011 wurde das Dschungelcamp in der Kategorie "Beste Unterhaltung" für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Gegen den "Eurovision Song Contest" konnte sich das Unterhaltungsformat aber dann doch nicht durchsetzen.

Das Dschungelcamp - eine einmalige Sache? Keineswegs. Den Promiauflauf im Urwald gibt es auch in England, Frankreich, Schweden und sogar Ungarn - allerdings nicht immer in Australien, sondern auch in Brasilien oder im Fall Ungarn: Argentinien. Das Prinzip ist überall das Gleiche: Ein Haufen mehr oder weniger unbekannter Promis, die sich im Dschungel beweisen müssen. Vorbild sind bei der ganzen Sache die Briten: "I'm a Celebrity...Get Me Out of Here!" wurde 2002 das erste Mal ausgestrahlt und hat mittlerweile zwölf Staffeln der Reihe hinter sich.

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