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DER SINNLICHE SAITEN-TYP: David Garrett stammt aus Aachen und ist ein Crossover-Mann aus blendender Optik und könnerhaftem Geigenspiel.

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Konzert

David Garrett kommt 2013 nach Hannover

Die neue Platte von David Garrett heißt „Music“, sein Film über Paganini ist abgedreht, und seine hannoverschen Fans bekommen ein Klassik-Konzert im April 2013 und ein Open-Air im Juni. Ein NP-Interview mit dem Lieblingsgeiger der Deutschen.

Glückwunsch zum Echo Klassik, den es für Ihr letztes Album gab. Sind Ihnen Preise dieser Art eigentlich wichtig?
Das ist schon eine Bestätigung für die Arbeit und die Energie, die man in so ein Projekt gesteckt hat.

Das neue Album „Music“ stand einen Tag nach Veröffentlichung bereits in den Top 10 der iTunes-Charts. Haben Sie Angst vor dem Moment, wenn es nicht mehr so gut läuft?
Ich glaube, dass man Erfolg nie für selbstverständlich halten sollte. Selbstverständlichkeiten gibt es in dieser Branche nicht. Du musst jedes Mal, wenn du ein Produkt entwickelst, versuchen, etwas zu machen, was aufregend ist und Qualität hat.

Das neue Album ist ein Crossover-Album. Wie kam es zu der Songauswahl mit Coldplay und Queen? Hat man da statt Chris Martins Stimme gleich die Geige im Kopf?
Stimmen haben sicherlich eine Bedeutung. Aber für mich ist das Stück als Werk viel wichtiger. Wie ist die Struktur, wie ist es aufgebaut, und kann ich dem Stück eine neue Wertigkeit geben? Es geht mir in erster Linie um die Qualität eines Musikstücks, um die Komposition.

Nervt eigentlich der Nigel-Kennedy-Vergleich?
Gibt es den?

Ja, das liest man schon oft.
Man sagt mir das zumindest nicht ins Gesicht. Vielleicht redet man so hinter meinen Rücken. Aber Nigel Kennedy hat unglaublichen Erfolg gehabt und ist auch ein guter klassisch ausgebildeter Geiger. Also kann ich mit dem Vergleich ganz gut leben.

Trennen Sie noch zwischen U- und E-Musik?
Wenn man ein Beethoven-Konzert spielt, hält man sich an das, was der Komponist wollte. Wenn ich ein Brahms-Konzert spiele, werde ich nie eine überdrehte Interpretation spielen. Es geht für mich in erster Linie um den Komponisten und darum, das Beste aus dem Werk herauszuholen. Und zwar immer in seinem Sinne. Wenn man anfängt, Sachen aus dem Unterhaltungsbereich zu arrangieren, hat man natürlich ganz andere Freiheiten. Erst durch die Tatsache, dass ich ein klassischer Musiker bin, habe ich die Möglichkeit, Dinge wie dieses Crossover-Projekt zu machen.

Gerade haben Sie die Dreharbeiten für Ihren Paganini-Film beendet. Wie war die Erfahrung am Filmset?
Die Dreharbeiten waren schon anstrengend und ungewohnt. Ich hatte sehr viel Leerlauf, man sitzt nur rum, muss irgendetwas anziehen, Leute fummeln einem im Gesicht und in den Haaren rum. Es war schön, aber ich bin auch froh, dass die Dreharbeiten vorbei sind.

Wie wichtig sind Ihnen Äußerlichkeiten? Das Foto von Ihnen auf dem Cover des neuen Albums ist ja schon sehr körperbetont.
Die Verpackung ist scheißegal, wenn das Produkt gut ist. Und wenn ich nackt auf dem Cover meiner CD zu sehen wäre, solange die Musik qualitativ gut ist, sollte das keinen interessieren.

Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihr Publikum nicht unbedingt nur aus Klassik-Fans besteht?
Das ist der größte Wunsch eines Künstlers, alle anzusprechen. Auch ein Mozart hat immer versucht sich gerade denen vorzustellen, die ihn noch nicht kannten. Ein neues Publikum zu gewinnen, ist immer das Allergrößte für einen Musiker.