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David Bowie im Jahr 1973. Foto: Sukita/1973 The David Bowie Archive

David Bowie im Jahr 1973. Foto: Sukita/1973 The David Bowie Archive

Musik

David Bowie: Fünf Jahre in einer Box

Berlin (dpa) - Marc Bolan hatte es gewusst: "Das wird ein Hit, Davie", hatte der Glamrock-Star (T. Rex) prophezeit - und in der Tat: Der Song "Space Oddity" (1969) katapultierte David Bowie in eine neue Umlaufbahn.

Das Timing war perfekt: Das Weltraum-Drama über einen im All driftenden Astronauten wurde wenige Tage vor der ersten Mondlandung veröffentlicht und die BBC nahm den Song für ihre Übertragung ins Programm. Allerdings entpuppte sich "Space Oddity" eher als "Slow Burner", der nur langsam in den Charts nach oben kletterte.

Mit "Space Oddity" startet auch die neu zusammengestellte 2-CD-Compilation von Non-Album-Singles, Single-Versionen und B-Seiten mit dem Titel "Re: Call 1". Das Ganze ist Teil des üppig ausstaffierten Box-Sets "Five Years 1969-1973" - ein (fast) kompletter Überblick über Bowies Karrierestart, auf das erste Album von 1967 hat er verzichtet.

Mit 6 Studio-Alben, 2 Live-Alben , dem Ken-Scott-Mix von "The Rise and Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars" (2003) und einem umfangreichen Booklet steht einem geballten Einstieg in das Bowie-Universum aber nichts im Wege.

Von "Space Oddity" gibt es auf "Re: Call 1" auch die schöne italienische Fassung "Ragazzo solo, ragazza sola", eine deutsche Single-Version von "Drive-in Saturday" oder die Rarität "Holy, Holy", die bisher nur als Single erschienen war.

Bowie war vor "Space Oddity" kein Unbekannter gewesen. Mit Songs wie "Rubber Band" oder "The Laughing Gnome" hatte er bereits auf sich aufmerksam gemacht. In Deutschland trat er unter anderem auch in der groovy ZDF-Musiksendung "4-3-2-1 Musik für junge Leute" auf.

Aber Ziggy ist noch ein Stück weit entfernt: Mit seinem fein frisierten blondem Haar war Bowie mehr Hippie als Chamäleon, die Songs klebten noch ziemlich am Folk. Erst als "Davie" die Einflüsse von Velvet Underground, Lou Reed, Iggy Pop und Andy Warhol in seiner Musik verarbeitet und die Themen Einsamkeit und Entfremdung zum Zentrum macht, sollte er seinen Stil finden.

Ein rechtes Maß an Exzentrik brachte ihn endgültig ins Gespräch: Bowie trug jetzt Frauenkleider, Bowie bekannte sich zu Drogen und seiner Bisexualität (ob das nun stimmte oder auch nicht). Fertig war der Alien aus dem Glam-Rock-Land, dessen Metamorphose schließlich den androgynen Ziggy Stardust gebar - mit einer eigenen "Ziggy-Armee", die sich vom Rand der Gesellschaft speiste.

Bis dahin aber war es recht mühsam gewesen: Sein viertes Album "Hunky Dory" (1971) hatte sich in den ersten sechs Monaten nur rund 10 000 Mal verkauft und 1972 hatte Bowie 30 000 Pfund Schulden. 1973 aber landete "Aladdin Sane" schließlich auf Platz eins der Charts. Nach Ziggys "Rock'n'Roll Suicide" war es danach aber Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen, das mit "Diamond Dogs" (1974) begann - aber das ist eine andere Geschichte, die in den folgenden Box-Sets erzählt werden soll.

dpa


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