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Das titelt die Presse über das Ende der Wulffs

"Christian und Bettina Wulff haben sich getrennt" - das ist die Schlagzeile des Tages. Die Medien schicken Artikel, Updates, Bilder-Galerien und Chroniken zu den Ex-Wulffs heraus.

Ungewöhnlich ist, das sich einzig die "Bild"-Zeitung moderat beim Thema verhält. Fakten, Zitate und eine Bilder-Galerie sendet das Blatt. Doch eine echte Schlagzeile bleibt aus. "Christian und Bettina Wulff: Offizielle Trennung!" heißt es in der Überschrift - völlig unspektakulär.

Der "Spiegel" dreht die Nachricht über die Trennung der Eheleute mit der Überschrift "Modern bis zum Ende" hingegen sogar ins Positive. "Für das Paar mag die Trennung bitter sein, vor allem aber ist sie konsequent", heißt es weiter. "Niemand, auch kein Ex-Präsidentenpaar, ist in einer modernen Gesellschaft wie der unseren gezwungen, zusammen zu bleiben, obwohl die Beziehung keine Grundlage mehr hat". Der "Spiegel" bezeichnet das Liebesleben der Wulffs als "zeitgemäßes Lebensmodell" - von der Patchwork-Familie im Schloss Bellevue bis hin zur Trennung.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" philosophiert; "Der Glanz war nur Schein". Überraschend käme die Trennung nicht, dazu seien die Eheleute zu verschieden: "Sie galt als lebensfroh und munter, aber auch als jemand, der eher an Glanz und Film interessiert ist, denn an intellektuellen oder musischen Fragen. Das entsprach nicht seinen Vorstellungen", heißt es. Unter dem Artikel stellt die "FAZ" ein Interview mit einem Psychiater mit dem Titel: "Prominenten-Ehen sind nicht so belastbar".

Die Online-Ausgabe der "Welt" bietet die Chronik "Bettina, 'ein Stück weit entfernt' von Christian". Die Zeitung spielt auf ein Zitat von Bettina Wulff in ihrem Buch "Jenseits des Protokolls" an. "Ganz bewusst aber stellte ich mich ein Stück weit entfernt von Christian", schreibt sie über ihr Verhalten bei der Rücktrittserklärung ihres Noch-Ehemannes. Viele Presseseiten greifen das Buch von Bettina Wulff auf, um den "Aufstieg und Fall eines Traumpaares", wie es die "Süddeutsche Zeitung" titelt, zu beschreiben.

Der "Tagesspiegel" geht vor allem auf die zeitliche Ebene der Trennung ein. "Überraschend an dieser Nachricht war eigentlich nur die seltsame zeitliche Parallele. Vor genau einem Jahr trieb die Affäre um den damaligen Noch-Bundespräsident Christian Wulff ihrem Höhepunkt zu". Fazit des "Tagesspiegels" zur Trennung: "Die junge, attraktive, immer noch selbstbewusste Frau und der blasse, nun auch aller Macht beraubte und gedemütigte Ex-Präsident, das schien nicht mehr zusammenzupassen". Christian Wulff kommt generell in den Medien nicht gut bei der Trennung weg - obwohl Bettina damals mit ihrem Buch intimste Geheimnisse über die Ehe ausgeplaudert hatte.

Auch der "Focus" schreibt in Bezug auf den 53-Jährigen: "Präsidentenamt und Ehe verloren". Das Blatt fasst zusammen: "Abstand bei der Rücktrittserklärung, Besuch beim Paartherapeuten, langweiliger erster Eindruck: Wer Bettina Wulffs Buch 'Jenseits des Protokolls' gelesen hat, kann sich über die Trennung des Paars nicht wundern". Das "Handelsblatt" titelt "Der einsame Wulff" und schreibt weiter: "Das Drama um den Politiker nimmt eine persönliche Wendung".

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