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Die Sängerin Laura Pinski.

Die Sängerin Laura Pinski. © Henning Kaiser

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Das deutsche ESC-Ticket ist hart umkämpft

Nachdem die Nominierung von Xavier Naidoo wieder zurückgezogen wurde, wollen nun gleich zehn sehr unterschiedliche Bands und Musiker für Deutschland zum Eurovision Song Contest fahren. Selbst Experten fällt eine Prognose schwer. Das "Kümmertgate" soll sich nicht wiederholen.

Köln. Das Rennen um das deutsche Ticket zum Eurovision Song Contest ist so offen wie vielleicht selten zuvor. Vor dem Vorentscheid, der mit Moderatorin Barbara Schöneberger in der ARD zu sehen ist (Donnerstag, 20.15 Uhr), rechneten sich mehrere Bands und Musiker Chancen auf die Reise nach Stockholm aus - etwa die "The Voice of Germany"-Siegerin Jamie-Lee Kriewitz.

Sie "habe total Bock drauf", sagte die Sängerin am Mittwoch. Ähnlich sah es Sänger und Schauspieler Christian Friedel, der mit seiner Band Woods Of Birnam ins Rennen geht: "Jede Band, die hier antritt, möchte natürlich gewinnen".

Allerdings fällt selbst erfahrenen ESC-Beobachtern eine Prognose zu den Siegchancen der insgesamt zehn Kandidaten schwer. "Favoriten gibt es wirklich nicht so richtig klare", sagte ESC-Kommentator Peter Urban, der den Musikwettbewerb seit 1997 kommentiert, der Deutschen Presse-Agentur. Fast die gesamte deutsche Musiklandschaft sei irgendwie vertreten. "Es fehlt eigentlich nur R ’n’ B oder Soul."

Die Stilrichtungen reichen von opulentem Rock (Avantasia) über gregorianischen Gesang (Gregorian) bis zu aktuellem Pop (Woods Of Birnam), von modernem Schlager (Ella Endlich) bis zu einem Friedenslied (Alex Diehl). Selbst Komponist Ralph Siegel ist mit der Düsseldorferin Sängerin Laura Pinski mal wieder dabei.

Am Mittwoch wurde in Köln geprobt. "Das ist ja, wenn sie so wollen, ein historischer Ort", sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas  Schreiber zu dem Studio, in dem eine aufwendige Bühne aufgebaut wurde. 2010 sei dort zusammen mit ProSieben "Unser Star für Oslo" entstanden - und in Oslo holte Lena Meyer-Landrut den Sieg.

Einen ähnlichen Vorfall wie 2015 wollen die Macher in diesem Jahr allerdings vermeiden. Damals hatte Andreas Kümmert den deutschen Vorentscheid gewonnen, dann aber überraschend doch nicht zum ESC fahren wollen. 2016 sei mit allen Künstlern ausgiebig gesprochen worden, sagte Schreiber. "Natürlich haben wir allen gesagt: Wir wollten jetzt nicht in Serie das Andreas-Kümmert-Ergebnis haben."

Vorgesehen sind zwei Runden, in denen die Zuschauer per Telefon, per SMS oder über eine App abstimmen können. Aus einem Feld von zehn Kandidaten werden dann drei, die im Finale abermals gegeneinander antreten. Es folgt eine zweite Abstimmung. Der ESC wird am 14. Mai in der ARD zu sehen sein. Eigentlich hatte der NDR dafür direkt Xavier Naidoo als deutschen Vertreter nominiert, die Nominierung aber nach Protesten wieder zurückgezogen.

Einige Künstler ließen bereits Einblicke in ihre Bühnen-Show zu. "Wir werden mit Feuer spielen", kündigten die Chorsänger von Gregorian an. Singer-Songwriter Alex Diehl, der nach eigenen Angaben nur mit Gitarre reist, sagte, er sei sich selbst nicht sicher, ob sein Lied ESC-tauglich ist. Es entstand nach den Terroranschlägen von Paris.

Andere berichteten von ihren privaten ESC-Erinnerungen. Damals hätten sie mit der Familie vor dem Fernseher gesessen und Guildo Horn zugeschaut, berichteten die Schwestern Josepha und Cosima vom Duo Joco. Rocker Tobias Sammet von Avantasia gab zu, nicht allzu viel Fernsehen zu schauen. Aber an Nicole könne auch er sich erinnern.

dpa


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